Evonik Aktie: Patentsieg verpufft

Evonik sichert sich entscheidende Patente für sein Biogas-Verfahren, doch die Aktie reagiert kaum auf den juristischen Erfolg. Die schwache operative Entwicklung mit sinkenden Umsätzen und Gewinnen überwiegt.

Andreas Sommer ·
Evonik Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Patente in EU und USA endgültig bestätigt
  • Bereinigtes EBITDA brach im Quartal um 22% ein
  • Analysten sehen Aktie überwiegend kritisch
  • Aktie notiert nahe 52-Wochen-Tief

Evonik hat einen wichtigen Rechtsstreit gewonnen – doch die Börse zeigt sich unbeeindruckt. Der Essener Spezialchemiekonzern sicherte sich endgültig die Schutzrechte für sein 3-Stufen-Verfahren zur Biogas-Aufbereitung mit SEPURAN Green Membranen. Sowohl das Europäische Patentamt (EPO) als auch das US-amerikanische USPTO bestätigten die Patente in ihren jeweiligen Berufungsinstanzen. Doch die operative Schwäche überschattet den juristischen Erfolg.

Technologievorsprung rechtlich abgesichert

Das Europäische Patentamt bestätigte das Patent EP3240620 B1, während das USPTO das Patent US 10,471,380 B2 aufrechterhielt. Beide Behörden wiesen sämtliche Anträge auf Ungültigkeitserklärung ab.

Das bringt der Patentschutz:
– Vollständige rechtliche Absicherung des 3-Stufen-Verfahrens in EU und USA
– Schutz vor Wettbewerbern im wachsenden Biogas-Markt
– Energieeffizienteres Verfahren ohne zweiten Kompressor senkt Kundenkosten deutlich

Jennifer Doerper, Direktorin des globalen SEPURAN Green Membrangeschäfts, kündigte an, die Rechte konsequent durchzusetzen. Das Verfahren deckt verschiedene Anwendungen ab – von energieeffizienten Niederdruck-Operationen bis zur Produktion von LNG-fähigem Biomethan mit minimalem CO₂-Gehalt.

Operative Realität dämpft Euphorie

Der Patenterfolg steht im Kontrast zur schwachen Geschäftsentwicklung. Im dritten Quartal 2025 brach das bereinigte EBITDA um 22 Prozent auf 448 Millionen Euro ein. Der Umsatz sank um 12 Prozent auf 3,39 Milliarden Euro. CEO Christian Kullmann räumte ein, dass die erhoffte Erholung im September ausblieb.

Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern ein bereinigtes EBITDA von rund 1,9 Milliarden Euro – nach 2,07 Milliarden Euro im Vorjahr. Die Jahresprognose wurde bereits zweimal gesenkt.

Analysten ziehen sich zurück

Die Zurückhaltung der Investoren spiegelt sich in den Analystenbewertungen wider:
– Kepler Cheuvreux: „Reduce“ mit Kursziel 12,60 Euro
– JPMorgan: „Neutral“ mit Ziel 14 Euro
– Goldman Sachs: „Sell“

Das durchschnittliche Kursziel liegt bei etwa 15,50 Euro. Die Restrukturierung „Evonik Tailor Made“ läuft planmäßig – bis Jahresende sollen 90 Prozent aller Geschäftsbereiche reorganisiert sein. Die Belegschaft könnte um mehr als ein Fünftel schrumpfen. Der Abgang von CFO Maike Schuh im September bleibt belastend. Claus Rettig führt die Finanzverantwortung interimistisch.

Mit einem RSI von unter 16 zeigt die Aktie überverkaufte Zustände. Der Titel notiert derzeit nahe seinem 52-Wochen-Tief bei 12,83 Euro. Ob die Patentsicherung mittelfristig Wirkung entfaltet, hängt davon ab, ob Evonik das schwache operative Umfeld schneller als erwartet hinter sich lassen kann.

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Evonik Aktie

15,28 EUR

– 0,51 EUR -3,23 %
KGV 46,26
Sektor Grundlegende Materialien
Div.-Rendite 6,39 %
Marktkapitalisierung 7,33 Mrd. EUR
ISIN: DE000EVNK013 WKN: EVNK01

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