Evonik Aktie: Q2-EBITDA auf 630 Millionen gestiegen
Evonik verzeichnet im zweiten Quartal ein kräftiges operatives Wachstum, das Konzernergebnis sinkt jedoch. Der Stellenabbau wird bis 2029 fortgesetzt.

Kurz zusammengefasst
- EBITDA steigt um 25 Prozent
- Umsatz wächst auf 3,9 Milliarden Euro
- Konzernergebnis fällt um ein Drittel
- Stellenabbau bis 2029 bestätigt
Der Spezialchemiekonzern Evonik hat gestern die detaillierten Ergebnisse für das zweite Jahresviertel vorgelegt und dabei einen deutlichen operativen Zuwachs verzeichnet. Das Unternehmen profitierte im Berichtszeitraum von einer Erholung der Nachfrage und konnte die vorteilhafte Preisentwicklung nutzen, um die im Juni angehobenen Erwartungen zu untermauern.
Operative Marge legt deutlich zu
Das bereinigte EBITDA stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund ein Viertel auf 630 Millionen Euro. Mit diesem Ergebnis landete der Konzern am oberen Ende der im Juni vorab veröffentlichten Prognosespanne. Laut Reuters hatte das operative Ergebnis im entsprechenden Vorjahreszeitraum noch bei etwa 504 Millionen Euro gelegen. Parallel zu dieser Entwicklung verbesserte sich die bereinigte EBITDA-Marge im Jahresvergleich um 160 Basispunkte.
Der Konzernumsatz kletterte im zweiten Quartal um 11 Prozent auf 3,893 Milliarden Euro. Medienberichten zufolge resultierte das organische Wachstum von insgesamt 14 Prozent zu gleichen Teilen aus gestiegenen Absatzmengen und erfolgreich umgesetzten Preiserhöhungen. Konzernchef Christian Kullmann ordnete die Zuwächse in einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa-AFX jedoch vorsichtig ein. Er bezeichnete die aktuelle Ergebnisentwicklung als „warmen Sommerregen“, der maßgeblich durch geopolitische Faktoren wie die eingeschränkten Handelswege an der Straße von Hormus begünstigt wurde. Damit verwies er auf die weiterhin bestehenden fundamentalen Herausforderungen für die chemische Industrie am Standort Europa.
Kontrast beim Konzernergebnis und Sparmaßnahmen
Während das operative Geschäft eine dynamische Erholung zeigte, sank das unbereinigte Konzernergebnis nach Steuern im zweiten Quartal um fast ein Drittel auf 84 Millionen Euro. Dieser Rückgang steht im Gegensatz zur operativen Verbesserung auf EBITDA-Ebene, die bereits im Juni zu einer Anhebung des Ausblicks für das Gesamtjahr geführt hatte. Das Management sieht in den eingeschränkten asiatischen Lieferketten einen temporären Vorteil, der die eigene Preis- und Mengenposition kurzfristig gestärkt hat.
Um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, treibt Evonik das Effizienzprogramm „Evonik Tailor Made“ voran. Der Investor-Verlag berichtet, dass die Konzernführung den Abbau von 2.800 Stellen bis zum Ende des Jahres 2026 bestätigt hat. Für den darauffolgenden Zeitraum zwischen 2027 und 2029 plant das Unternehmen den Wegfall von weiteren 3.200 Arbeitsplätzen. Flankiert wurde die Nachrichtenlage am gestrigen Dienstag durch eine Stimmrechtsmitteilung des institutionellen Investors BlackRock, die laut EQS über eine Veränderung der Beteiligungsverhältnisse informierte.
Marktreaktion und Kursentwicklung
An der Börse stießen die detaillierten Quartalszahlen auf ein positives Echo. Die Aktie beendete den Handel gestern bei 17,84 Euro, was einem Tagesplus von 1,25 Prozent entspricht. Durch diesen Zuwachs rückt das Papier näher an sein bisheriges 52-Wochen-Hoch heran und weist aktuell einen Abstand von minus 2,14 Prozent zu dieser Marke auf. Seit Jahresbeginn verbuchte der Titel einen Wertzuwachs von insgesamt 33,53 Prozent. Anleger blicken nun auf den 3. November, wenn Evonik die Ergebnisse für das dritte Quartal veröffentlichen wird.
Evonik-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Evonik-Analyse vom 5. August liefert die Antwort:
Die neusten Evonik-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Evonik-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 5. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Evonik: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...