Evonik Aktie: Q3-Zahlen am 3. November entscheidend
BASF prüft ein höheres Gebot, während Evonik den Einblick in seine Bücher bislang verweigert und Analysten ihre Bewertungen angepasst haben.
Kurz zusammengefasst
- BASF erwägt ein höheres Übernahmeangebot
- Evonik verweigert bislang Einblick in Bücher
- Berenberg stuft Aktie auf Hold hoch
- Japan-Projekt zielt auf Polyurethan-Recycling
Die Weichenstellung für Evonik rückt näher. Am 3. November 2026 legt der Essener Spezialchemiekonzern seine Geschäftszahlen für das dritte Quartal vor. Neben der operativen Entwicklung steht vor allem die strategische Zukunft des Konzerns im Fokus. Eine erste Offerte von BASF über 22,15 Euro je Aktie hatte das Management als zu niedrig zurückgewiesen. Seither prägt das Ringen um die Unabhängigkeit des Unternehmens die Debatte am Kapitalmarkt.
Verfestigte Positionen im Übernahmekampf
Hinter den Kulissen geht das Tauziehen weiter. BASF erwägt ein höheres Übernahmeangebot, knüpft weitere Verhandlungsschritte nach Angaben aus Branchenkreisen jedoch an eine vorherige Einsicht in die Bücher von Evonik. Der Konzern aus Essen verweigerte diesen Schritt bisher.
Auch auf politischer Ebene regt sich deutlicher Widerstand. Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen sprach sich gegen eine Übernahme von Evonik durch BASF aus, wie Wirtschaftsministerin Mona Neubaur im Landtag bekräftigte.
Vor gut einer Woche wurde bekannt, dass BASF bestehende Beschäftigungs- und Standortgarantien beibehalten will. Der Großaktionär RAG-Stiftung hält sich derweil bedeckt. Nach Informationen des Handelsblatts wurde das Kuratorium über das Werben unterrichtet, vermied jedoch ein Bekenntnis zu einer Offerte oder zur Eigenständigkeit.
Analysten heben ihre Kursziele an
Das Übernahmeinteresse zwang auch die Marktbeobachter zu einer Neueinschätzung der Lage. Das Analysehaus Berenberg reagierte auf die veränderte Situation und hob die Einstufung für den Titel am 5. Oktober von „Sell“ auf „Hold“ an. Zugleich passte die Privatbank das Kursziel auf 20 Euro an. Einen Tag später stufte Parmantier & Cie. das Papier mit „Halten“ ein und setzte das Kursziel bei 20,50 Euro fest.
Aktie notiert nahe dem Jahreshoch
Die anhaltende Übernahmefantasie stützt den Börsenwert des Konzerns spürbar. Am Freitag ging die Aktie bei 21,32 Euro aus dem Handel. Auf Jahressicht verzeichnet der Titel einen Wertzuwachs von 60 Prozent. Damit notiert das Papier nur knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von 21,84 Euro.
Abseits der M&A-Aktivitäten treibt Evonik das operative Geschäft voran. Zusammen mit den Partnern Toyotsu Chemiplas und Sanyo Chemical startete der Konzern am Dienstag eine gemeinsame Initiative in Japan.
Ziel des Vorhabens ist ein chemisches Recyclingmodell für Polyurethan-Schaum zur Rückgewinnung wichtiger Grundstoffe. Am 3. November wird sich mit dem Quartalsbericht zeigen, welche operative Basis Evonik den Offerten aus Ludwigshafen entgegensetzen kann.
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