Evonik Aktie: RAG-Stiftung wartet auf direkte BASF-Gespräche
BASF prüft offenbar ein höheres Angebot, während RAG-Stiftung und Politik bei Evonik zunächst auf Abstand bleiben.

Kurz zusammengefasst
- RAG-Stiftung traf noch keine Entscheidung
- BASF könnte ein höheres Angebot erwägen
- NRW-SPD regte Prüfung einer Landesbeteiligung an
- Berenberg hob Evonik auf Hold
Die Gemengelage rund um Evonik bleibt von Übernahmespekulationen und den Reaktionen wichtiger Interessengruppen geprägt. Der Spezialchemiekonzern steht im Fokus des Branchennachbarn BASF, was das Papier spürbar stützt. Zum Ende der vergangenen Handelswoche schloss der Anteilsschein am Freitag bei 21,42 Euro und bewegt sich mit einem Abstand von minus 0,9 Prozent nur knapp unter seinem 52-Wochen-Hoch von 21,62 Euro.
Zurückhaltung beim Ankeraktionär und Gegenwind aus der Politik
Im Zentrum der Debatte steht die RAG-Stiftung als maßgebliche Großaktionärin von Evonik. Medienberichten zufolge befasste sich das Kuratorium der Stiftung am Freitag mit dem Interesse von BASF, fasste dabei jedoch keine formelle Entscheidung.
Laut Berichten des Handelsblatts aus informierten Kreisen zieht es die Stiftung vor, zunächst direkte bilaterale Gespräche zwischen BASF und Evonik abzuwarten. Evonik selbst hatte im September mitgeteilt, dass gegenwärtig keine Gespräche stattfänden. Laut Reuters könnten Vertreter von BASF allerdings ein höheres Angebot in Erwägung ziehen, falls ein Dialog zustande kommt.
Parallel formiert sich politischer Widerstand gegen eine mögliche Übernahme des Essener Konzerns. Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen erklärte laut Reuters am 5. Oktober, dass die Arbeitsplätze sowie die eigenständige Entwicklung von Evonik nicht infrage gestellt werden dürften.
Aus dem Landtag heraus schlug die SPD-Fraktion am Mittwoch vor, dass das Land Nordrhein-Westfalen eine eigene Beteiligung prüft. Dem Antrag zufolge könnte das Land gemeinsam mit der RAG-Stiftung über eine Mehrheit von „50 Prozent plus X“ an Evonik verfügen.
Analysten heben den Daumen vor anstehenden Quartalszahlen
Auch am Kapitalmarkt schlägt sich die Übernahmefantasie nieder. Analyst Sebastian Bray vom Bankhaus Berenberg stufte die Evonik-Aktie am 5. Oktober von „Sell“ auf „Hold“ hoch und hob das Kursziel von 15,50 auf 20 Euro an. Das Interesse von BASF dürfte dem Börsenkurs eine solide Untergrenze verleihen.
Operativ rückt für Anleger demnächst wieder das laufende Geschäft in den Mittelpunkt. Evonik plant, am 3. November 2026 die Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 zu veröffentlichen. Bis dahin dürften die strategischen Signale der Eigentümerseite und des Managements das Geschehen maßgeblich bestimmen.
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