Evonik Aktie: Reicht das BASF-Angebot?
BASF soll 24 Euro je Evonik-Aktie geboten haben; die Prüfung läuft, während am 3. November der Quartalsbericht folgt.

Kurz zusammengefasst
- Evonik-Aktie legte am Freitag 3,4 Prozent zu
- Bericht nennt BASF-Angebot von 24 Euro je Aktie
- Evonik prüft die Offerte, Ausgang bleibt offen
- Quartalsmitteilung zum dritten Quartal erscheint am 3. November
Bei Evonik richtet sich der Blick neben dem offenen Übernahmeprozess auf die nächste Quartalsmitteilung. Die Aktie gewann am Freitag 3,4%, nachdem Reuters über ein erhöhtes BASF-Angebot berichtet hatte. Der Kursanstieg zeigt die positive Reaktion auf die Offerte, nimmt einen erfolgreichen Abschluss aber nicht vorweg. Für Anleger stehen damit die Übernahmeprüfung und der nächste operative Bericht nebeneinander.
Kurs und Angebot sind nicht gleichzusetzen
Am Freitag berichtete Reuters unter Berufung auf mehrere mit den Verhandlungen vertraute Personen, BASF habe sein Angebot auf 24 Euro je Aktie angehoben. Der Schlusskurs von 21,40 € blieb darunter. Die Börse setzte den berichteten Angebotspreis damit nicht mit dem Wert gleich, zu dem Evonik-Aktien gehandelt wurden.
Dieser Unterschied ist für die Einordnung wichtig: Ein berichtetes Angebot ist noch kein abgeschlossener Verkauf. Evonik prüfe die Offerte, hieß es bei Reuters. Sprecher beider Unternehmen wollten sich nicht äußern. Eine Annahme des Angebots lässt sich daraus ebenso wenig ableiten wie eine Entscheidung über den Ausgang der Gespräche.
Reuters bezifferte das erhöhte Angebot auf mehr als 11 Milliarden Euro. Außerdem berichtete die Nachrichtenagentur am Freitag über Garantien für Arbeitsplätze und Produktionsstandorte.
Damit umfasst die berichtete Offerte neben dem Preis auch Zusagen zur künftigen Aufstellung. Diese Konditionen gehören zum Übernahmekontext, ändern aber nichts daran, dass der Abschluss offen ist.
Quartalsmitteilung als nächster Prüfpunkt
Evonik veröffentlicht am 3. November 2026 die Quartalsmitteilung zum dritten Quartal 2026. Dieser Termin setzt den nächsten angekündigten Anker für die Beurteilung der Geschäftsentwicklung.
Der Bericht und die Übernahmeprüfung betreffen unterschiedliche Fragen. Die Quartalsmitteilung richtet den Blick auf das operative Geschäft. Beim Angebot geht es dagegen um die Prüfung der von BASF vorgeschlagenen Konditionen. Der Kursanstieg vom Freitag beantwortet keine dieser Fragen abschließend.
Produktgeschäft läuft parallel weiter
Unabhängig vom Übernahmeprozess meldete Evonik am 20. Oktober neue PEEK-Zahnmedizinwerkstoffe. Sie sind für langfristige festsitzende und herausnehmbare Zahnersatzlösungen vorgesehen.
Bereits am 19. Oktober brachte das Unternehmen Lypron auf den Markt. Die pansenstabile Lysinlösung ergänzt Evoniks Aminosäure-Balancierungskonzept für Wiederkäuer.
Diese Aktivitäten zeigen die parallel laufende Produktarbeit. Für die Aktie bleiben jedoch zwei getrennte Bewertungsfragen maßgeblich: Welche Geschäftsentwicklung Evonik meldet und ob aus der geprüften Offerte tatsächlich eine Übernahme wird.
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