Über acht Prozent Dividendenrendite – damit führt Evonik die Rangliste im MDAX an. Doch was auf den ersten Blick wie ein Schnäppchen für Einkommensinvestoren aussieht, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als Warnsignal. Die hohe Rendite resultiert vor allem aus dem gefallenen Aktienkurs, der um 13 Euro kämpft.
Analysten sind tief gespalten: Während Berenberg den Titel auf „Sell“ herabstuft und nur noch 11,60 Euro für angemessen hält, sieht Barclays Potenzial bis 16 Euro. Diese Diskrepanz von fast 40 Prozent zeigt, wie unsicher die Bewertung des Spezialchemiekonzerns derzeit ist.
Berenberg warnt vor weiterem Abstieg
Die Privatbank Berenberg machte Anlegern zuletzt einen Strich durch die Dividendenrechnung. Die Herabstufung von „Hold“ auf „Sell“ und das drastisch gesenkte Kursziel signalisieren: Die operativen Probleme der Chemiebranche sind nicht ausgestanden. Hohe Energiekosten und schwache Nachfrage belasten das Geschäft weiterhin.
Die wichtigsten Fakten im Überblick:
- Prognostizierte Dividendenrendite 2026: ca. 8,38% – Spitzenposition im MDAX
- Berenberg: Kursziel 11,60 Euro (Sell)
- Barclays: Kursziel 16,00 Euro (Equal Weight)
- Neue Infrastruktur-Einheit SYNEQT seit Januar 2026 operativ
- Kurs volatil im Bereich von 13 Euro
Ganz anders Barclays: Die britische Investmentbank bestätigt ihre neutrale Haltung und traut dem Papier 16 Euro zu. Die Analysten setzen offenbar auf die Kostensenkungsprogramme des Managements.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Evonik?
Effizienzoffensive mit SYNEQT
Genau hier setzt Evonik an: Seit Jahresbeginn bündelt die neu gegründete Betreibergesellschaft SYNEQT die Infrastrukturdienstleistungen an den Standorten Rhein und Ruhr. Ziel ist es, durch Effizienzsteigerung die Margen zu stabilisieren – in einem Marktumfeld, in dem Preiserhöhungen kaum durchsetzbar sind.
Ob diese Umstrukturierung schnell genug greift, um die Sorgen der Pessimisten zu zerstreuen, bleibt offen. Die charttechnische Situation gibt wenig Anlass für Optimismus: Erst oberhalb von 14 Euro würde sich das Bild aufhellen.
Wette auf Substanz oder Value-Falle?
Wer jetzt bei Evonik einsteigt, kauft sich primär in eine attraktive Dividendenrendite ein und setzt darauf, dass die Umstrukturierung Früchte trägt. Die Alternative: ein weiterer Kursrückgang Richtung des Berenberg-Ziels von 11,60 Euro. Das Chance-Risiko-Verhältnis ist damit klar umrissen – und stark abhängig davon, ob die operative Wende tatsächlich gelingt.
Evonik-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Evonik-Analyse vom 15. Januar liefert die Antwort:
Die neusten Evonik-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Evonik-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 15. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Evonik: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
