Evonik Aktie: Roadshow für Anleger

Evonik stellt institutionellen Investoren ein flexibles Ausschüttungsmodell vor, das künftig direkt an den Gewinn gekoppelt ist. Die Dividende für 2025 wird reduziert, während das Unternehmen auf Schuldenabbau und Investitionen setzt.

Redaktion Stock-World ·
Evonik Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Neues Dividendenmodell ab 2026 vorgestellt
  • Ausschüttungsquote zwischen 40 und 60 Prozent
  • Bereinigtes EBITDA 2025 bei 1,87 Milliarden Euro
  • Transformationsprogramm soll 400 Millionen Euro sparen

Evonik ist dieser Tage auf Reisen — und die Botschaft an institutionelle Investoren in London, Mailand und Montreal ist klar: Das neue Dividendenmodell soll Vertrauen schaffen, nicht Skepsis. Im Mittelpunkt steht ein Systemwechsel, der die Ausschüttung künftig direkt an den Gewinn koppelt.

Flexibel statt fix: Das neue Ausschüttungsmodell

Für 2025 schlägt der Vorstand eine Dividende von 1,00 Euro vor — eine Reduktion gegenüber den Vorjahren. Ab 2026 gilt eine neue Logik: Die Ausschüttungsquote soll zwischen 40 und 60 Prozent des bereinigten Nettoergebnisses liegen. Das verschafft dem Unternehmen Spielraum für Schuldenabbau und Investitionen in margenstarke Spezialchemikalien wie kolloidale Kieselsäuren.

Rückendeckung kommt vom größten Anteilseigner. Die RAG-Stiftung, die 45 Prozent der Anteile hält, befürwortet den Kurs ausdrücklich. Stiftungschef Bernd Tönjes sprach von einer Dividende, die „dynamisch am Gewinn“ bemessen werde und für Aktionäre attraktiv bleibe. Formell entscheiden die Aktionäre auf der virtuellen Hauptversammlung am 3. Juni 2026.

Solide Basis, aber ROCE weit vom Ziel entfernt

Das neue Modell fußt auf einem ordentlichen Jahresabschluss: Das bereinigte EBITDA 2025 erreichte 1,87 Milliarden Euro und lag damit knapp unterhalb der eigenen Prognose von rund 1,9 Milliarden Euro. Das Konzernergebnis kletterte auf 265 Millionen Euro, nach 222 Millionen Euro im Vorjahr. Der Free Cashflow von 695 Millionen Euro trieb die Cash Conversion Rate auf 37 Prozent — das obere Ende des Zielbands.

Eine Lücke bleibt dennoch auffällig: Die Kapitalrendite (ROCE) lag 2025 bei 6,1 Prozent, nach 7,1 Prozent im Vorjahr — weit entfernt vom mittelfristigen Ziel von 11 Prozent. Genau hier soll das Transformationsprogramm „Evonik Tailor Made“ ansetzen, das nach Abschluss 2026 jährliche Einsparungen von rund 400 Millionen Euro bringen soll. Rund 2.000 Stellen sollen weltweit wegfallen, davon etwa 1.500 in Deutschland.

Die Aktie hat sich zuletzt merklich erholt — allein in den vergangenen sieben Tagen um gut zehn Prozent. Am 8. Mai 2026 legt Evonik die Zahlen für das erste Quartal vor; dann wird sich zeigen, ob der operative Rückenwind anhält und das Sparprogramm planmäßig greift.

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Evonik Aktie

20,34 EUR

+ 0,47 EUR +2,37 %
KGV 76,04
KUV 0,60
Sektor Grundlegende Materialien
Div.-Rendite 5,03 %
Marktkapitalisierung 9,48 Mrd. EUR
Ø Kursziel 18,05 EUR
ISIN: DE000EVNK013 WKN: EVNK01

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