Evonik Aktie: Sorgenfalten sichtbar?

Der Spezialchemiekonzern reduziert die Dividende für 2025 auf 1 Euro und führt eine dynamische Ausschüttungsquote ein. Zugleich plant er bis zu 2.000 Stellenabbau und sieht sich weiterem Gegenwind ausgesetzt.

Felix Baarz ·
Evonik Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Dividende für 2025 sinkt auf 1,00 Euro je Aktie
  • Neue Ausschüttungsquote von 40 bis 60 Prozent ab 2026
  • Umsatz sank im vergangenen Jahr um sieben Prozent
  • Bis zu 2.000 Arbeitsplätze sollen gestrichen werden

Evonik zieht die Notbremse bei der Dividende. Der Essener Spezialchemiekonzern kündigte am Mittwoch überraschend eine komplette Neuausrichtung seiner Ausschüttungspolitik an – und reduziert gleichzeitig die Dividende für 2025 deutlich auf 1,00 Euro je Aktie. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es noch 1,17 Euro. Die Begründung: mehr Spielraum für Investitionen und Schuldenabbau.

Die wichtigsten Fakten:
– Neue Dividendenpolitik: 40-60% des bereinigten Gewinns (statt fester Betrag)
– Dividendenvorschlag 2025: 1,00 Euro (Vorjahr: 1,17 Euro)
– Bereinigtes EBITDA 2025: 1,874 Mrd. Euro (Prognose erfüllt)
– Umsatz sank um 7% auf 14,1 Mrd. Euro
– Bis zu 2.000 Stellen sollen wegfallen

Balance zwischen Ausschüttung und Zukunft

Vorstandschef Christian Kullmann begründet den Strategiewechsel mit der Notwendigkeit, flexibler auf Marktschwankungen reagieren zu können. Die neue dynamische Ausschüttungsquote von 40 bis 60 Prozent des bereinigten Konzernergebnisses soll ab dem Geschäftsjahr 2026 gelten. Für Aktionäre bedeutet das: Die Dividende wird künftig stärker schwanken – je nachdem, wie das operative Geschäft läuft.

Das Konzernergebnis 2025 stieg immerhin auf 265 Millionen Euro, nach 222 Millionen Euro im Vorjahr. Der Free Cashflow erreichte 695 Millionen Euro bei einer Cash Conversion Rate von 37 Prozent – am oberen Ende der Zielspanne.

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Herausforderndes Umfeld drückt auf den Umsatz

Der Umsatzrückgang um sieben Prozent auf 14,1 Milliarden Euro zeigt die schwierige Lage der Chemiebranche. Evonik hat zwar die EBITDA-Prognose von rund 1,9 Milliarden Euro mit 1,874 Milliarden Euro erreicht, doch die Erlöse schrumpften deutlich. Das Effizienzprogramm „Evonik Tailor Made“ soll hier gegensteuern – auch durch den Abbau von bis zu 2.000 Arbeitsplätzen im laufenden Jahr.

Für 2026 stellt sich der Konzern auf weiteren Gegenwind ein: Das bereinigte EBITDA soll zwischen 1,7 und 2,0 Milliarden Euro liegen. Die Spanne ist ungewöhnlich breit und deutet auf hohe Unsicherheit hin. Mittelfristig peilt Evonik eine Kapitalrendite (ROCE) von 11 Prozent an.

Finanzvorstand weiter unbesetzt

Ein Unsicherheitsfaktor bleibt die vakante Position des Finanzvorstands, die seit September 2025 nicht besetzt ist. Claus Rettig führt die Finanzabteilung kommissarisch. Eine Neubesetzung soll bis zur Hauptversammlung am 3. Juni 2026 erfolgen. Die finalen Geschäftszahlen für 2025 legt Evonik am 4. März vor.

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Evonik Aktie

15,32 EUR

+ 0,62 EUR +4,22 %
KGV 26,91
Sektor Grundlegende Materialien
Div.-Rendite 6,74 %
Marktkapitalisierung 7,15 Mrd. EUR
ISIN: DE000EVNK013 WKN: EVNK01

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