Evonik Aktie: Sparkurs trifft Asien-Expansion

Der Spezialchemiekonzern baut in Deutschland massiv Stellen ab, um Einsparungen für die Expansion im chinesischen Kosmetikmarkt zu generieren. Die Rendite liegt deutlich unter der Zielmarke.

Redaktion Stock-World ·
Evonik Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Stellenabbau von 1.500 Jobs in Deutschland
  • Expansion im chinesischen Kosmetikmarkt geplant
  • Dividende sinkt auf 1,00 Euro je Aktie
  • Kapitalrendite fällt auf 6,1 Prozent ab

Der Spezialchemiekonzern Evonik zieht in Europa die Zügel spürbar an, während in China die Zeichen auf Expansion stehen. Ein deutlicher Stellenabbau in der Heimat soll die finanziellen Spielräume schaffen, um im margenstarken asiatischen Kosmetikmarkt anzugreifen. Diese strategische Zweiteilung spiegelt sich direkt in den jüngsten operativen Entscheidungen wider.

Fokus auf lokale Produktion in Fernost

Aktuell präsentiert sich das Unternehmen auf der Branchenmesse PCHi in Hangzhou und positioniert sich gezielt als lokaler Zulieferer für den boomenden chinesischen Kosmetikmarkt. Noch in diesem Jahr eröffnet Evonik zudem ein neues Innovationszentrum in Shanghai. Der Plan des Managements ist eindeutig: Produkte sollen zunehmend direkt vor Ort für spezifische asiatische Bedürfnisse entwickelt und produziert werden. Bereits jetzt steuert der chinesische Markt rund 1,4 Milliarden Euro zum Konzernumsatz bei.

Um diese Wachstumspläne in einem wettbewerbsintensiven Umfeld zu finanzieren, unterzieht sich der Konzern einer strengen Diät. Das Programm „Evonik Tailor Made“ sieht den weltweiten Abbau von bis zu 2.000 Stellen vor, wovon rund 1.500 auf Deutschland entfallen. Das Ziel sind jährliche Einsparungen von rund 400 Millionen Euro ab 2026.

Schwache Rendite erzwingt Einschnitte

Ein Blick auf die Profitabilität erklärt die Dringlichkeit dieser harten Einschnitte. Die Kapitalrendite (ROCE) fiel zuletzt auf 6,1 Prozent ab und liegt damit weit unter der mittelfristigen Zielmarke von 11 Prozent. Auch die Aktionäre spüren den laufenden Umbau. Für das abgelaufene Jahr sinkt die vorgeschlagene Dividende auf 1,00 Euro je Aktie. Ab 2026 greift dann eine neue Ausschüttungspolitik, die 40 bis 60 Prozent des bereinigten Konzernergebnisses vorsieht, um die finanzielle Flexibilität zu erhöhen.

Um kurzfristig die Margen zu stützen, setzte das Management zudem eine sofortige weltweite Preiserhöhung von 10 Prozent für das Tierfuttermittel MetAMINO durch. An der Börse wird dieser Spagat zwischen Restrukturierung und Neuausrichtung noch mit Vorsicht betrachtet. Bei einem gestrigen Schlusskurs von 14,34 Euro notiert das Papier auf Jahressicht rund 34 Prozent im Minus, auch wenn die Tendenz seit Jahresanfang leicht positiv ist.

Der Weg zu alter Ertragsstärke erfordert Geduld. Mit einer ungewöhnlich breiten Prognosespanne für das bereinigte EBITDA zwischen 1,7 und 2,0 Milliarden Euro für das laufende Jahr 2026 trägt das Management den unsicheren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Rechnung. Bis 2027 bleiben alle Übernahmeaktivitäten auf Eis gelegt. Evonik ordnet dem organischen Wachstum in Asien und der konsequenten Kostensenkung im Heimatmarkt vorerst alle anderen strategischen Optionen unter.

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Evonik Aktie

20,28 EUR

KGV 78,08
KUV 0,60
Sektor Grundlegende Materialien
Div.-Rendite 5,06 %
Marktkapitalisierung 9,45 Mrd. EUR
Ø Kursziel 18,05 EUR
ISIN: DE000EVNK013 WKN: EVNK01

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