Evonik Aktie: Tarifentscheidung mit Sprengkraft
Die dritte Tarifrunde für Evonik beginnt vor dem Hintergrund eines umfassenden Restrukturierungsprogramms. Ein höherer Abschluss gefährdet die geplanten Personaleinsparungen von 400 Millionen Euro.

Kurz zusammengefasst
- Dritte Verhandlungsrunde mit IGBCE und BAVC
- Umbauprogramm streicht bis zu 2.000 Stellen
- Hoher Tarifabschluss belastet Sparziele
- Aktie notiert deutlich unter Jahreshoch
Mitten im laufenden Konzernumbau steht Evonik heute vor einer wegweisenden Tarifverhandlung. Die dritte Runde zwischen IGBCE und BAVC beginnt am 24. März in Bad Breisig — nach zwei ergebnislosen Gesprächsrunden. Für den Spezialchemiekonzern ist das Ergebnis alles andere als eine Formsache.
Das liegt vor allem daran, wie eng die Tarifrunde mit dem Transformationsprogramm „Evonik Tailor Made“ verknüpft ist. Bis zu 2.000 Stellen sollen weltweit gestrichen werden, rund 1.500 davon in Deutschland. Etwa 80 Prozent der angestrebten Jahreseinsparungen von 400 Millionen Euro entfallen auf Personalkosten. Ein höherer Tarifabschluss würde diese Rechnung direkt belasten.
Verhandlungsparteien weit auseinander
Die Ausgangslage ist angespannt. BAVC-Verhandlungsführer Matthias Bürk verweist auf hohe Energiepreise, Konjunkturflaute, US-Zölle und globale Überkapazitäten als Belastungsfaktoren der Branche. Gewerkschafts-Verhandlungsführer Oliver Heinrich hält dagegen: Das bisherige Arbeitgeberangebot liege zu weit von der Lebensrealität der rund 585.000 Beschäftigten in der chemisch-pharmazeutischen Industrie entfernt.
Beide Seiten haben also klare Positionen — eine schnelle Einigung ist nicht garantiert.
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Schwache Kennzahlen erhöhen den Druck
Der Umbau kommt zur Unzeit. Der ROCE lag 2025 bei nur 6,1 Prozent, deutlich unter dem mittelfristigen Ziel von 11 Prozent und auch unter dem Vorjahreswert von 7,1 Prozent. Das bereinigte EBITDA 2025 erreichte mit 1,87 Milliarden Euro knapp die eigene Prognose. Für 2026 erwartet Evonik einen Wert zwischen 1,7 und 2,0 Milliarden Euro — eine Spanne, die wenig Spielraum lässt.
Erschwerend kommt hinzu, dass der Konzern seit September 2025 ohne permanenten Finanzvorstand agiert. Die Besetzung soll bis zur Hauptversammlung am 3. Juni 2026 erfolgen. In einer Phase, in der Kostendisziplin und Restrukturierung die Agenda dominieren, ist das eine spürbare Lücke.
Die Aktie notiert rund 35 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 21,09 Euro. Ein Tarifabschluss in Bad Breisig würde zumindest die Planungssicherheit für den Umbau erhöhen — scheitert auch die dritte Runde, bleibt die Unsicherheit über die künftige Kostenbasis bestehen. Die nächste Bewährungsprobe folgt am 8. Mai mit der Quartalsmitteilung für Q1 2026.
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