Evonik Aktie: Terminwoche

Evonik erreicht seine Jahresprognose 2025, kündigt jedoch eine flexible Dividendenpolitik an. Der Spezialchemiekonzern stellt sich mit einem umfassenden Umbauprogramm einem schwierigen Marktumfeld.

Redaktion Stock-World ·
Evonik Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Erreichte, aber zuvor gekürzte Jahresprognose 2025
  • Neue flexible Dividendenpolitik wird vorgestellt
  • Umbauprogramm mit Stellenabbau für 2026 geplant
  • Mögliche Rückforderung von US-Zöllen geprüft

Evonik muss diese Woche liefern. Am Mittwoch legt der Spezialchemiekonzern die vollständigen, geprüften Jahreszahlen für 2025 vor – inklusive Ausblick, Dividendenfahrplan und einem Realitätscheck für den laufenden Umbau. Genau daran hängt, ob der zuletzt zähe Kursverlauf wieder Rückenwind bekommt.

Die Aktie steht zum Wochenstart jedenfalls unter Druck: Heute notiert sie bei 14,36 Euro (-2,51%). Auffällig ist der extrem niedrige RSI von 15,8 – ein Signal, dass der Titel technisch stark „überverkauft“ wirkt, allerdings nicht automatisch eine schnelle Trendwende garantiert.

Zahlenwerk 2025: Prognose geschafft, aber weniger operativer Gewinn

Nach vorläufigen Angaben hat Evonik die im September 2025 gekürzte Prognose für 2025 erreicht. Operativ ging es dennoch zurück: Das bereinigte EBITDA sank auf rund 1,874 Mrd. Euro, nach 2,065 Mrd. Euro im Vorjahr. Auch der Umsatz gab nach und lag 2025 bei 14,1 Mrd. Euro, etwa 7% weniger als zuvor.

Unterm Strich zeigte sich das Konzernergebnis dagegen verbessert. Evonik weist für 2025 einen Gewinn von 265 Mio. Euro aus (2024: 222 Mio. Euro). Der Knackpunkt für den Markt dürfte nun sein, wie viel davon für 2026 an Stabilität ableitbar ist.

Dividende wird neu justiert

Ein zentrales Thema des Geschäftsberichts ist die überarbeitete Dividendenpolitik. Künftig soll die Ausschüttung flexibler werden und zwischen 40% und 60% des bereinigten Konzernergebnisses liegen. Diese neue Logik soll erstmals auf den Bilanzgewinn 2026 angewendet werden.

Für 2025 schlägt der Vorstand als Übergang 1,00 Euro je Aktie vor. Zuletzt waren es 1,17 Euro. Die Abstimmung darüber findet auf der Hauptversammlung am 3. Juni 2026 statt.

Umbau, US-Zölle und Chemie-Umfeld: Viele Variablen gleichzeitig

Operativ setzt Evonik den Umbau unter dem Programm „Evonik Tailor Made“ fort. 2026 sollen die Maßnahmen weiter Kosten senken, geplant ist dabei auch der Abbau von bis zu 2.000 Stellen. Zudem ist der CFO-Posten seit September 2025 vakant und soll bis zur Hauptversammlung 2026 besetzt werden.

Zusätzliche Aufmerksamkeit bringt ein mögliches Zoll-Thema: Evonik prüft, ob sich zuvor gezahlte US-Zölle zurückfordern lassen. Hintergrund ist eine Entscheidung des US Supreme Court vom 20. Februar 2026, die bestimmte Zölle teilweise für unrechtmäßig erklärte. Laut Interim-CFO Claus Rettig geht es dabei um einen „niedrigen zweistelligen Millionenbetrag in Euro“ – also eher ein begrenzter, aber potenziell positiver Sondereffekt.

Das Branchenumfeld bleibt derweil angespannt. In der Chemie- und Pharmaindustrie sind die Tarifverhandlungen nach zwei Runden ohne Ergebnis, die nächste Runde ist für den 24./25. März angesetzt. Als Belastungsfaktoren werden unter anderem hohe Energiepreise, Konjunkturflaute, US-Zölle und Überkapazitäten genannt. Ein Hinweis auf den Druck in der Industrie: Im dritten Quartal 2025 lag die Auslastung der Branche bei knapp 74% – faktisch stand damit jede vierte Anlage still.

Am Mittwoch, 4. März, liefert Evonik die geprüften Jahreszahlen für 2025 samt offizieller Guidance für 2026. Danach folgen als nächste Fixpunkte die Tarifrunde am 24./25. März und die Quartalsmitteilung für Q1 am 8. Mai 2026 – Termine, die den Blick auf Nachfrage, Kosten und Fortschritte im Umbau weiter schärfen dürften.

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Evonik Aktie

20,92 EUR

– 0,50 EUR -2,33 %
KGV 79,26
KUV 0,69
Sektor Grundlegende Materialien
Div.-Rendite 4,76 %
Marktkapitalisierung 9,75 Mrd. EUR
Ø Kursziel 18,42 EUR
ISIN: DE000EVNK013 WKN: EVNK01

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