Evotec Aktie: 100 Millionen von Gilead für Tubulis
Evotec hält an Jahresprognose fest trotz Umsatzrückgang und hoher Restrukturierungskosten im ersten Quartal 2026.

Kurz zusammengefasst
- Kurserholung nach Q1-Verlusten
- Horizon-Programm mit Stellenabbau
- Prognose für 2026 bestätigt
- MDAX-Rückkehr im Juni geplant
Die Aktie von Evotec hat sich in den vergangenen Handelstagen gefangen. Am Dienstag notiert sie bei 5,02 Euro – ein Minus von 0,89 Prozent. Auf Sieben-Tage-Sicht steht ein Plus von knapp sieben Prozent zu Buche. Die Jahresbilanz bleibt mit minus 9,48 Prozent tiefrot.
Der Abstand zum 52-Wochen-Tief von 4,14 Euro beträgt rund 21 Prozent. Das Hoch aus dem Mai 2025 bei 8,32 Euro ist in weiter Ferne.
Q1-Einbruch durch Restrukturierung
Den Hintergrund der jüngsten Kursbewegung bilden die Mai-Zahlen für das erste Quartal 2026. Der Umsatz fiel um 21,7 Prozent auf 156,6 Millionen Euro. Der bereinigte EBITDA-Verlust der Gruppe betrug 21,9 Millionen Euro.
Der Rückgang hat zwei Ursachen: ein starker Vorjahresvergleich durch einen Sandoz-Lizenzverkauf im Q1 2025 sowie einmalige Restrukturierungskosten von 75 Millionen Euro. Unterm Strich stand ein Nettoverlust von 121,9 Millionen Euro.
Horizon-Programm greift tief
Das Transformationsprogramm Horizon ist der zentrale Hebel des Managements. Das Unternehmen will den globalen Fußabdruck von 14 auf zehn Standorte reduzieren und rund 800 Stellen streichen. Die Konsultationen mit den Betriebsräten in Europa sollen bis Mitte 2026 abgeschlossen sein, erste Anpassungen folgen ab dem dritten Quartal.
Bis Ende 2027 strebt Evotec strukturelle Einsparungen von rund 75 Millionen Euro jährlich an. Die Liquiditätslage wird durch einen erwarteten Bruttoerlös von rund 100 Millionen US-Dollar aus dem Verkauf des Beteiligungsunternehmens Tubulis an Gilead gestützt – die Zahlung wird für das zweite Quartal 2026 erwartet.
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Prognose steht – zweite Jahreshälfte zählt
Trotz des schwachen Starts hält Evotec an der Jahresprognose fest. Erlöse zwischen 700 und 780 Millionen Euro sowie ein bereinigtes EBITDA zwischen 0 und 40 Millionen Euro sind das Ziel. Der Umschwung soll in der zweiten Jahreshälfte gelingen.
Die neue Finanzvorständin Claire Hinshelwood, seit Mai im Amt, tritt die Nachfolge von Paul Hitchin an. Sie bringt über 30 Jahre Erfahrung mit – zuletzt als Group CFO der BMI Group.
Pipeline-Lieferung und MDAX-Rückkehr
Wissenschaftlich liefert Evotec derweil ab. In der Dermatologie-Allianz mit Almirall nominierte das Unternehmen einen präklinischen Entwicklungskandidaten. Die Zeitspanne von ersten Leitstrukturen zum Kandidaten betrug nur zwei Jahre – unter Branchenbenchmark. Pro Programm sind erfolgsbasierte Meilensteine von bis zu 230 Millionen Euro möglich.
Ein struktureller Rückenwind ist die angekündigte Rückkehr in den MDAX, die im Juni 2026 wirksam wird. Sie erhöht die Sichtbarkeit bei institutionellen Anlegern und bindet die Aktie stärker in ETF- und Fondsstrategien ein.
Die Aktie bleibt volatil. Das Transformationsprogramm steckt noch in der entscheidenden Phase. Ob die zweite Jahreshälfte die Prognose einlöst, wird zeigen, ob die Erholung nachhaltig ist.
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