Evotec Aktie: 300,1 Millionen Umsatz, 19 Prozent Rückgang

Evotec bestätigt die Jahresziele, doch schwache Halbjahreszahlen und ausstehende Meilensteinzahlungen belasten die Aktie weiter.

Andreas Sommer ·

Kurz zusammengefasst

  • Zwei Forschungspartnerschaften ohne Kursimpuls
  • Halbjahresumsatz sinkt auf 300,1 Millionen Euro
  • Jahresprognose mit Verlustspanne bekräftigt
  • Aktie 14 Prozent im Monatsminus

Zwei neue Forschungspartnerschaften binnen eines Monats, eine bestätigte Jahresprognose – und trotzdem bewegt sich die Evotec-Aktie kaum von der Stelle. Das Papier notiert bei 3,18 Euro, nur gut einen Cent über dem 52-Wochen-Tief von 3,14 Euro, das erst am 2. September markiert wurde. Wer nach der Ursache für diese Diskrepanz zwischen operativer Nachrichtenlage und Kursverlauf sucht, findet sie in der Struktur der Vereinbarungen selbst.

Kooperationen bringen Perspektive, aber kein Geld auf die Hand

Vor gut einer Woche startete Evotec eine Forschungskooperation mit Plectonic Biotech zu T-Zell-aktivierenden Ansätzen bei soliden Tumoren. Die Zusammenarbeit verknüpft Evotecs BiTco-Plattform mit der LOGIBODY-Technologie des Partners. Seither hat die Aktie um 3,5 Prozent nachgegeben.

Vor rund einem Monat hatte Evotec bereits eine KI-gestützte Kooperation mit Odyssey Therapeutics im Bereich Autoimmun- und Entzündungserkrankungen vereinbart, bei der Evotec Meilensteinzahlungen erhält, sobald Odyssey die datengesteuerte Entdeckungsplattform und die KI-Technologien des Unternehmens nutzt. Auch diese Meldung konnte den Kurs nicht stabilisieren – seit Bekanntwerden ging es um 8,0 Prozent abwärts.

Beide Deals folgen demselben Muster: Sie liefern strategische Substanz für die sogenannte Horizon-Transformation, generieren aber überwiegend Zahlungen, die an künftige Meilensteine gebunden sind.

Genau diese Abhängigkeit von noch nicht abgeschlossenen Großverträgen hatte Berenberg-Analyst Christian Ehmann Mitte Juli kritisiert, als er sein Kursziel von 9,40 auf 3,60 Euro kappte und die Einstufung von „Kaufen“ auf „Halten“ senkte – eine Einschätzung, die inzwischen mehr als vier Wochen zurückliegt und den heutigen Kurs damit nicht mehr unmittelbar spiegelt, aber die Argumentationslinie erklärt, die den Markt weiterhin beschäftigt.

Zahlen bestätigen den Abwärtstrend, ohne ihn zu verschärfen

Vor rund zwei Wochen bestätigte Evotec seine Halbjahreszahlen: Der Umsatz sank im ersten Halbjahr 2026 auf 300,1 Millionen Euro, ein Rückgang von 19,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das adjustierte EBITDA rutschte auf minus 42,7 Millionen Euro, nach minus 1,9 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Positiv fiel dabei das Segment Discovery, Development & Product Delivery auf, dessen Nettoumsatz um 28 Prozent zulegte – ein Hinweis darauf, dass Teile des Geschäfts trotz der Gesamtschwäche wachsen.

Die im Juli drastisch gesenkte Jahresprognose – Umsatz von 570 bis 610 Millionen Euro, adjustiertes EBITDA zwischen minus 70 und minus 105 Millionen Euro – wurde damit bekräftigt, nicht revidiert. Seither hat die Aktie weitere 5,5 Prozent verloren.

Die Kursentwicklung der vergangenen Wochen zeigt damit ein zähes Muster: Jede Einzelmeldung, ob Kooperation oder Zahlenvorlage, wird vom Markt eher als Bestätigung der angespannten Lage denn als Befreiungsschlag gewertet.

Der 30-Tage-Verlust von 14 Prozent und ein Abstand von 35 Prozent zum 200-Tage-Durchschnitt unterstreichen, dass sich die Aktie in einem etablierten Abwärtstrend bewegt, den auch strategisch sinnvolle Partnerschaften bislang nicht durchbrechen konnten.

Mit einem RSI von 34,7 ist das Papier zwar rechnerisch nicht überverkauft, nähert sich aber dieser Zone – ein Signal, das kurzfristig für Stabilisierung sprechen könnte, an der grundsätzlichen Skepsis der Anleger gegenüber der Ertragslage aber nichts ändert.

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Evotec Aktie

3,17 EUR

– 0,06 EUR -1,80 %
KGV
KUV 0,80
Sektor Gesundheitswesen
Div.-Rendite
Marktkapitalisierung 563,16 Mio. EUR
Ø Kursziel 4,59 EUR
ISIN: DE0005664809 WKN: 566480

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