Die Evotec Aktie legte Anfang Februar kräftig zu – Auslöser war der Einstieg der Privatbank Berenberg mit einer Kaufempfehlung. Der Hamburger Wirkstoffforschungs-Spezialist profitiert von der positiven Einschätzung seiner langfristigen Partnerschaften und der strategischen Neuausrichtung. Am 3. Februar schnellte der Kurs um rund acht Prozent nach oben und gehörte damit zu den stärksten Werten in SDAX und TecDAX.
Die Eckdaten zur Berenberg-Einschätzung:
- Coverage-Start am 3. Februar 2026 mit „Buy“-Rating
- Analyst Christian Ehmann sieht Evotec am Schnittpunkt zwischen steigendem Outsourcing-Bedarf und kosteneffizienter Arzneimittelforschung
- Unternehmen bietet Pharmakunden umfangreiche F&E-Lösungen als Auftragsforschungsinstitut
Sandoz-Deal bringt Kapital und Flexibilität
Ein zentraler Baustein der optimistischen Bewertung ist die im November 2025 besiegelte Transaktion mit Sandoz. Evotec verkaufte seine Biologics-Produktionsstätte in Toulouse (J.POD) für rund 350 Millionen US-Dollar. Hinzu kommen über 300 Millionen US-Dollar an Lizenzgebühren und Entwicklungserlösen bis 2028 sowie Royalties auf bis zu zehn Biosimilars.
Die Struktur ermöglicht Evotec die Rückkehr zu einem kapitalleichten Geschäftsmodell – weniger gebundenes Kapital in Produktionsanlagen, mehr Fokus auf die Forschungsdienstleistungen.
Partnerschaften mit Bristol Myers Squibb und Janssen
Evotec unterhält langfristige Kooperationen mit großen Pharmakonzernen. Die Zusammenarbeit mit Bristol Myers Squibb im Bereich Protein-Degradation brachte allein im ersten Halbjahr 2025 leistungs- und programmbasierte Zahlungen von 75 Millionen US-Dollar ein. Im November 2025 folgte eine weitere Zahlung über 25 Millionen US-Dollar aus der präklinischen Neurowissenschafts-Partnerschaft.
Auch die Pipeline entwickelt sich: Über 100 Forschungsprojekte laufen, rund 60 Prozent davon in Partnerschaften. Zwei Wirkstoffe erreichten im Herbst 2025 die klinische Phase II, weitere vier Moleküle sollen in den nächsten sechs bis neun Monaten folgen. Partner Bayer startete im Dezember 2025 eine Phase-II-Studie für einen Wirkstoff gegen das Alport-Syndrom aus der gemeinsamen Nierenforschung.
Umsatzentwicklung bleibt gespalten
Die 9-Monats-Zahlen 2025 zeigen ein zweigeteiltes Bild: Der Konzernumsatz sank um 7,1 Prozent auf 535,1 Millionen Euro. Das Discovery & Preclinical Development-Segment (D&PD) büßte 12,3 Prozent ein und erreichte 391,9 Millionen Euro – die schwache Nachfrage im frühen Wirkstoffforschungsmarkt belastet weiter.
Gegenläufig entwickelte sich das Just – Evotec Biologics-Segment (JEB): Plus 11,3 Prozent auf 143,2 Millionen Euro. Das Nicht-Sandoz/Nicht-DoD-Geschäft wuchs sogar um 105 Prozent. Für Gesamtjahr 2025 bestätigte das Management die Prognose mit Konzernerlösen zwischen 760 und 800 Millionen Euro sowie einem bereinigten EBITDA von 30 bis 50 Millionen Euro.
Was jetzt kommt
Am 8. April 2026 veröffentlicht Evotec den Jahresfinanzbericht 2025, gefolgt von der Quartalsmitteilung Q1 2026 am 6. Mai. Die Hauptversammlung findet am 11. Juni statt. Anleger dürften insbesondere auf Aussagen zur weiteren Pipeline-Entwicklung und zum D&PD-Segment achten – hier braucht es eine Stabilisierung, um die positive Dynamik aus dem Biologics-Geschäft nicht zu konterkarieren.
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