Evotec hat mit dem Sandoz-Deal Liquidität gesichert und die Sparmaßnahmen laufen besser als geplant. Doch die eigentliche Frage bleibt unbeantwortet: Kann das Unternehmen seine Prognosen diesmal einhalten? Der Jahresbericht am 8. April 2026 wird zeigen, ob die Restrukturierung trägt oder die alte Schwäche durchschimmert.
Sandoz-Transaktion bringt Finanzpuffer
Der Verkauf des Toulouse-Standorts an Sandoz ist abgeschlossen. Die Transaktion kann potenziell über 650 Millionen US-Dollar zuzüglich Lizenzgebühren einbringen. Strategisch bedeutet das einen Kurswechsel: Evotec setzt künftig auf ein kapitalärmeres Modell und will verstärkt über Technologie-Monetarisierung wachsen.
Sparprogramm übertrifft Ziele deutlich
Die Kostensenkungen greifen schneller als erwartet. Evotec könnte 2025 Einsparungen von mehr als 60 Millionen Euro erreichen – doppelt so viel wie ursprünglich geplant. Rund 280 Stellen wurden gestrichen, Standorte konsolidiert. Ab 2025 sollen die laufenden Kosten um 40 Millionen Euro sinken.
Das Unternehmen hält an seinem Mittelfristziel fest: eine Umsatz-CAGR von 8 bis 12 Prozent zwischen 2024 und 2028 sowie eine bereinigte EBITDA-Marge von über 20 Prozent bis 2028.
Operative Schwäche bleibt sichtbar
Die Zahlen der ersten neun Monate 2025 zeigen die Herausforderung: Gruppenerlöse von 535,1 Millionen Euro bedeuten ein Minus von 7,1 Prozent. Während Just – Evotec Biologics um 11,3 Prozent zulegte, brach Discovery & Preclinical Development um 12,3 Prozent ein.
Für das Gesamtjahr 2025 rechnen Experten mit einem Verlust je Aktie von -0,483 Euro.
Jahresbericht als Gradmesser
Am 8. April muss das Management liefern. Mit der Prognose für 2026 wird sich zeigen, ob Evotec die Gewinnschwelle nachhaltig überschreiten kann. Genau daran wird sich entscheiden, ob das Restrukturierungsprogramm „Priority Reset“ mehr ist als reine Kostenkosmetik.
Analysten bleiben gespalten. Berenberg sprach Anfang Februar eine Kaufempfehlung aus, doch insgesamt herrscht Zurückhaltung. Die Vertrauenskrise nach Delisting-Schock, Managementwechsel, Cyberangriff und buchhalterischen Problemen wirkt nach.
Die Aktie notiert aktuell bei 5,63 Euro – weit unter dem 52-Wochen-Hoch von 8,32 Euro. Der Jahresbericht am 8. April wird zeigen, ob die Sparmaßnahmen schnell genug greifen, um die ehrgeizigen Mittelfristziele zu erreichen.
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