Evotec Aktie: Die Ziele rutschen ein Stück nach hinten
Evotec verbessert das bereinigte EBITDA im dritten Quartal und setzt für 2030 rund eine Milliarde Euro Umsatz an.

Kurz zusammengefasst
- Bereinigtes EBITDA nähert sich der Gewinnschwelle
- Neunmonatsumsatz sinkt um 13,1 Prozent
- 2030-Umsatzziel auf rund eine Milliarde angepasst
- Horizon-Einsparungen liegen vor dem Zeitplan
Evotec hat im dritten Quartal fast schwarze Zahlen beim bereinigten EBITDA erreicht. Gleichzeitig verschiebt das Hamburger Unternehmen seine mittelfristigen Ambitionen leicht. Der Umbau kommt voran, der Weg zur Profitabilität wird aber etwas länger.
Quartal besser als die Monate davor
Der Konzernumsatz lag im dritten Quartal bei 164,9 Millionen Euro und damit auf Vorjahresniveau. Er übertraf aber deutlich die ersten beiden Quartale des Jahres. Das bereinigte EBITDA verbesserte sich auf minus 1,6 Millionen Euro, nach minus 15,0 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Treiber waren vor allem niedrigere Umsatzkosten.
Über neun Monate bleibt das Bild schwächer. Der Umsatz sank um 13,1 Prozent auf 465,0 Millionen Euro, das bereinigte EBITDA fiel auf minus 44,3 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es minus 16,9 Millionen Euro.
Die Prognose für 2026 bestätigte Evotec: Umsatz zwischen 570 und 610 Millionen Euro, bereinigtes EBITDA zwischen minus 105 und minus 70 Millionen Euro. Diese Ziele hatte der Konzern bereits im Sommer gesenkt.
Positiv wirkt das Kundengeschäft. Die Nettoverkäufe im D&PD-Basisgeschäft stiegen in den ersten neun Monaten um 24 Prozent, Kundenstamm und Angebotsaktivität wuchsen.
Mittelfristziele leicht angepasst
Bis 2030 peilt Evotec rund eine Milliarde Euro Umsatz an. Im Frühjahr hatte das Unternehmen noch mehr als eine Milliarde Euro in Aussicht gestellt. Zusätzliches Potenzial sieht der Konzern, falls sich die Partnerprogramme stärker entwickeln als angenommen.
Auch die Profitabilität verschiebt sich. Die bereinigte EBITDA-Marge soll Ende 2028 bei 20 Prozent liegen und Ende 2030 darüber. Zuvor war für 2028 bereits eine Marge von mehr als 20 Prozent angepeilt.
Je rund 40 Prozent des Umsatzes sollen 2030 aus dem D&PD-Basisgeschäft und aus Just – Evotec Biologics kommen, etwa 20 Prozent aus strategischen Partnerschaften.
Horizon, Vertex und neue Führung
Das Sparprogramm Horizon liegt vor Plan. Bis Ende September hatte Evotec mehr als 20 Prozent der angestrebten jährlichen Einsparungen von 75 Millionen Euro erreicht. Etwa die Hälfte der geplanten Personalmaßnahmen ist umgesetzt. Drei von vier Standortschließungen sollen bis Jahresende folgen, die vierte im ersten Quartal 2027.
Operativ stützt eine Entscheidung von Vertex Pharmaceuticals die Biologika-Sparte. Just – Evotec Biologics wurde für die kommerzielle Herstellung von Povetacicept am Standort Redmond ausgewählt. Hinzu kommen neue Kooperationen mit Plectonic und Odyssey Therapeutics sowie ein Phase-1-Start bei Jazz Pharmaceuticals. Joanna Holbrook leitet seit 1. November als Chief Scientific Officer die Forschung.
Die Liquidität lag Ende September bei 400,9 Millionen Euro, bei gleichzeitig bestehender Nettoverschuldung. Die im Mai angekündigte strategische Überprüfung läuft weiter. Heute um 14 Uhr stellt das Management die Zahlen in einem Webcast vor.
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