Der Hamburger Biotech-Konzern streicht bis zu 800 Stellen und schließt seinen Münchner Standort. Was das Management als notwendigen Schritt zur Profitabilität im Rahmen des neuen Restrukturierungsprogramms „Horizon“ kommuniziert, wird von einer unerwartet schwachen Jahresprognose überschattet. Diese Kombination zwingt den Markt aktuell zu einer drastischen Neubewertung der Papiere.
Kahlschlag im Standortnetzwerk
Evotec reduziert sein weltweites Netzwerk auf zehn Standorte. Die personellen und strukturellen Einschnitte sollen bis Ende 2027 jährliche Einsparungen von rund 75 Millionen Euro generieren. Dem stehen zunächst erhebliche Restrukturierungskosten von etwa 100 Millionen Euro gegenüber, die zwischen 2026 und 2028 anfallen. Erste operative Effekte aus diesem Umbau erwartet das Unternehmen in der zweiten Jahreshälfte.
Nullwachstum als bestes Szenario
Der primäre Auslöser für die massive Kapitalflucht ist jedoch der Blick auf das laufende Geschäft. Für 2026 rechnet das Unternehmen mit einem Umsatzrückgang auf 700 bis 780 Millionen Euro – nach rund 788 Millionen Euro im Vorjahr. Noch deutlicher fällt die Korrektur beim bereinigten EBITDA aus, das laut Management-Prognose im schlimmsten Fall auf null sinken könnte. Diese Zahlen spiegeln die anhaltende Schwäche im Kernsegment der Wirkstoffforschung wider, das bereits 2025 das Konzernergebnis belastete und die positiven Zuwächse der Biologics-Sparte vollständig zunichtemachte.
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Die Quittung an der Börse folgte unmittelbar. Nach einem prozentual zweistelligen Einbruch am Vortag rutschte das Papier heute weiter ab und markierte bei exakt 4,27 Euro ein neues 52-Wochen-Tief. Damit hat der Titel innerhalb von nur 30 Tagen fast ein Drittel seines Wertes eingebüßt.
Trotz des offiziell deklarierten Übergangsjahres hält Evotec an dem Ziel fest, bis 2030 einen Umsatz von über einer Milliarde Euro zu erreichen. Der nächste harte Datenpunkt für den Kapitalmarkt folgt am 8. April mit der Vorlage der finalen Jahreszahlen. Dort muss der Vorstand detailliert darlegen, wie die eklatante Lücke zwischen den langfristigen Ambitionen und der aktuellen Ertragsschwäche operativ geschlossen werden soll.
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