Evotec Aktie: Feinjustierung nötig?

Trotz zweier wichtiger Deals mit BARDA und Bristol Myers Squibb zeigt die Evotec-Aktie kaum Reaktion. Grund ist die enttäuschende Gewinnprognose für 2026 und ein umfassendes Restrukturierungsprogramm.

Felix Baarz ·
Evotec Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Zwei neue Aufträge mit Meilensteinzahlungen
  • Enttäuschende Gewinnprognose für 2026
  • Umfassendes Restrukturierungsprogramm läuft
  • Aktie notiert deutlich unter Jahreshoch

Innerhalb weniger Tage hat Evotec zwei handfeste Erfolgsmeldungen verbucht — und der Kurs zeigt kaum Reaktion. Das sagt viel darüber aus, wie tief das Vertrauen der Anleger derzeit erschüttert ist.

Am 23. März wurde bekannt, dass Just – Evotec Biologics, die CDMO-Tochter in Seattle, vom BARDA BioMaP-Consortium für ein mehrjähriges Programm ausgewählt wurde. Das Ziel: Fertigungsoptimierung eines monoklonalen Antikörper-Cocktails gegen Filovirus-Erkrankungen, konkret das Ebola-Virus und das Sudan-Virus. Das Programm ist mit bis zu 10 Millionen US-Dollar dotiert, sofern alle Optionen gezogen werden. Just – Evotec Biologics übernimmt dabei Moleküloptimierung, Zelllinienentwicklung und Prozessentwicklung für zwei Antikörper, die ursprünglich bei Überlebenden des Ebola-Ausbruchs 2014 identifiziert wurden.

BMS-Meilenstein als zweites Signal

Bereits vier Tage zuvor hatte Evotec gemeldet, dass Bristol Myers Squibb eine Phase-1-Studie mit dem CELMoD-Wirkstoff BMS-986506 beim klarzelligen Nierenzellkarzinom gestartet hat. Für Evotec bedeutet das eine Meilensteinzahlung von 10 Millionen US-Dollar — der erste klinische Meilenstein aus der seit 2018 laufenden Kooperation im Bereich Molecular Glues. Beide Nachrichten zusammen zeigen die Breite der Pipeline: öffentlich geförderte Bioproduktion auf der einen Seite, klinische Onkologie auf der anderen.

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Warum der Markt skeptisch bleibt

Das Problem liegt nicht in den Projekten, sondern im Gesamtbild. Für 2026 erwartet das Evotec-Management ein bereinigtes EBITDA von lediglich 0 bis 40 Millionen Euro — Analysten hatten zuvor mehr als 80 Millionen Euro veranschlagt. Diese Prognoseverfehlung sitzt tief. Hinzu kommt das laufende Restrukturierungsprogramm „Horizon“, das einen Abbau auf zehn weltweite Standorte und den Wegfall von bis zu 800 Stellen vorsieht. Bis Ende 2027 sollen daraus jährliche Einsparungen von 75 Millionen Euro entstehen.

Mittelfristig peilt Evotec Konzernerlöse von über einer Milliarde Euro bis 2030 an, bei einer bereinigten EBITDA-Marge von 20 Prozent bis 2028. Gemessen daran notiert die Aktie mit rund 4,31 Euro noch immer knapp über dem Mitte März markierten Mehrjahrestief — und damit rund 48 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch.

Den nächsten konkreten Prüfstein liefert Evotec am 8. April mit den finalen Zahlen für das Geschäftsjahr 2025. Erst dann wird erkennbar, ob operative Fortschritte wie der BARDA-Auftrag und die BMS-Zahlung auch in den Finanzkennzahlen eine Spur hinterlassen haben.

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Evotec Aktie

4,32 EUR

– 0,05 EUR -1,23 %
KGV 0,00
Sektor Gesundheitswesen
Div.-Rendite 0,00 %
Marktkapitalisierung 1,27 Mrd. EUR
ISIN: DE0005664809 WKN: 566480

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