Die Evotec-Aktie hat in den vergangenen Tagen spürbar Rückenwind bekommen. Auslöser ist die deutlich ausgeweitete Zusammenarbeit mit der Bill & Melinda Gates Foundation, die frisches Kapital und technologische Bestätigung bringt. Gleichzeitig rückt mit der J.P. Morgan Healthcare Conference ein wichtiger Termin näher, an dem das Management die aktuelle Vorschuss-Rallye fundamentalen Inhalt liefern muss.
Gates-Stiftung stärkt KI-Plattform
Kern der Meldung ist die Ausweitung der Kooperation rund um die Evotec-Tochter Just – Evotec Biologics. Die Gates Foundation stellt zusätzliche Fördermittel bereit, um die KI-gestützte Technologieplattform J.MD™ weiterzuentwickeln. Diese soll die Entwicklungskosten für monoklonale Antikörper deutlich senken und damit langfristig eine breitere Versorgung ermöglichen.
Für den Markt hat der Deal vor allem zwei zentrale Signale:
- Technologische Bestätigung: Die erneute Finanzierung durch eine der weltweit größten Stiftungen wertet die KI-Plattform von Evotec fachlich wie strategisch auf.
- Entlastung der Bilanz: Die Weiterentwicklung wird extern finanziert, was in einem anspruchsvollen Kapitalmarktumfeld die eigene Liquidität schont und Planungssicherheit erhöht.
Beides zusammen wirkt wie ein doppelter Vertrauensbeweis – in Technologie und Geschäftsansatz – und liefert damit den entscheidenden Treiber für die jüngste Erholung der Aktie.
Analystenstimme und Charttechnik
Zusätzliche Unterstützung kommt von RBC Capital Markets. Die Investmentbank hat ihre Einstufung „Outperform“ bestätigt und ein Kursziel von 10 Euro genannt. Ausgehend vom aktuellen Kursniveau um 6,40 Euro entspricht das einem theoretischen Aufwärtspotenzial von mehr als 50 %. Diese klar bezifferte Erwartung sorgt für zusätzlichen Rückenwind auf der Bewertungsseite.
Charttechnisch bleibt die Lage dennoch sensibel. Am Freitag prallte der Kurs an der 200-Tage-Linie, einem viel beachteten mittelfristigen Trendindikator. Fachleute sehen einen Wochenschlusskurs über etwa 6,50 Euro als wichtiges technisches Kaufsignal. Erst dann wäre der übergeordnete Abwärtstrend aus ihrer Sicht überzeugend angegriffen.
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Übernahmeangebot als Bewertungsanker
Die aktuelle Bewertung steht auch im Schatten der Ereignisse vom November 2024. Damals legte Halozyme Therapeutics ein Übernahmeangebot von 11,00 Euro je Evotec-Aktie auf den Tisch. Das Management stellte jedoch die Unabhängigkeit in den Vordergrund, woraufhin Halozyme das Angebot zurückzog.
Heute liegt der Kurs deutlich unter dieser Marke und zugleich klar über früheren Tiefs. Daraus ergibt sich eine interessante Konstellation: Der Markt spiegelt weder eine erneute Übernahmefantasie noch ein voll durchgezogenes Turnaround-Szenario vollständig wider.
Hinzu kommt der Finanzinvestor Triton, der weiterhin knapp 10 % der Anteile hält. Diese Beteiligung erhöht den Druck auf den Vorstand, die operative Entwicklung sichtbar voranzutreiben und die gewählte Strategie der Eigenständigkeit nachträglich zu untermauern.
J.P. Morgan Conference als nächster Prüfstein
In der kommenden Woche richtet sich der Blick auf die J.P. Morgan Healthcare Conference in San Francisco. Dort will das Management nach Erwartungen des Marktes nicht nur die Details der erweiterten Gates-Kooperation erläutern, sondern auch ein Update zur mittelfristigen Prognose und zur Auslastung der J.POD-Produktionsanlagen liefern.
Gelingt ein überzeugender Auftritt, könnte der jüngst verteidigte Kursboden zur Basis für einen Anlauf in Richtung 7 Euro werden. Fällt das Update dagegen schwächer aus, wäre eine Korrektur der vorweggenommenen Kursgewinne eine naheliegende Folge. Die Aktie steht damit in den nächsten Tagen vor einem klar definierten Belastungstest, dessen Ausgang den weiteren Kursverlauf maßgeblich prägen dürfte.
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