Evotec Aktie: Kooperation mit Plectonic Biotech

Evotec erweitert Kooperationen mit Plectonic und Odyssey, doch Prognosekürzung und Kursverluste belasten das Anlegervertrauen weiter.

Redaktion Stock-World ·
Ein modernes biotechnologisches Labor mit Laborgeräten in einer professionellen, sterilen und innovativen Atmosphäre. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Neue Tumorforschung mit Plectonic vereinbart
  • KI-Kooperation mit Odyssey Therapeutics
  • Aktie nahe dem 52-Wochen-Tief
  • D&PD-Umsatz im Halbjahr deutlich gestiegen

Evotec treibt seine Forschungskooperationen weiter voran, auch wenn das Vertrauen der Anleger nach der Prognosekürzung erschüttert bleibt. Das Unternehmen meldete am 2. September eine neue Zusammenarbeit mit dem Biotech-Unternehmen Plectonic Biotech. Die beiden Firmen wollen ihre BiTCo-Plattform mit der LOGIBODY-Technologie von Plectonic verbinden, um T-Zell-aktivierende Ansätze gegen solide Tumoren zu entwickeln.

Die Kooperation reiht sich in eine Serie von Partnerschaften, die Evotec seit Anfang August verkündet hat. Bereits am 6. August hatte das Unternehmen eine KI-gestützte Forschungskooperation mit Odyssey Therapeutics im Bereich Autoimmun- und Entzündungserkrankungen bekanntgegeben. Beide Vereinbarungen sollen die Innovationspipeline stärken – ein Ziel, das angesichts der schwierigen operativen Lage besondere Bedeutung erhält.

Vertrauen bleibt angeschlagen

Die neuen Kooperationen konnten die Marktstimmung bislang nicht drehen. Der Kurs notiert aktuell bei 2,84 Euro und liegt damit nur knapp über dem 52-Wochen-Tief von 2,77 Euro, das erst vor wenigen Tagen markiert wurde. Seit dem 52-Wochen-Hoch von 7,75 Euro im November hat die Aktie mehr als die Hälfte ihres Wertes verloren – ein Ausmaß, das die tiefsitzende Skepsis der Anleger widerspiegelt.

Hintergrund bleibt die vor gut drei Wochen bestätigte Kürzung der Jahresprognose 2026, die Evotec mit verzögerten Meilensteinzahlungen und einer schwächeren Geschäftsentwicklung begründet hatte. Seither hat die Aktie rund 15,6 Prozent verloren.

Auch die kürzlich gemeldete Stimmrechtsmitteilung von Goldman Sachs vor rund zwei Wochen sowie die Plectonic-Kooperation selbst konnten den Abwärtstrend nicht stoppen – die Aktie büßte seit der Plectonic-Meldung weitere 13,8 Prozent ein.

Operative Substanz trotz Gegenwind

Trotz der Kurskrise zeigt das operative Geschäft durchaus positive Ansätze. Im Segment D&PD (Discovery & Preclinical Development) stiegen die Nettoverkäufe im ersten Halbjahr 2026 um mehr als 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Diese Entwicklung steht im Kontrast zur Gesamtkonzern-Guidance, die auf einen Umsatz zwischen 570 und 610 Millionen Euro sowie ein bereinigtes EBITDA zwischen minus 70 und minus 105 Millionen Euro für das Gesamtjahr abgesenkt wurde.

Parallel zu den operativen Herausforderungen läuft das Transformationsprogramm des Unternehmens nach Plan. Für 2026 soll es 20 bis 30 Prozent der angestrebten jährlichen Einsparungen von 75 Millionen Euro beitragen, die bis Ende 2027 vollständig realisiert werden sollen. Diese Kostensenkungen könnten mittelfristig entscheidend sein, um die Profitabilität zu stabilisieren.

Für Anleger bleibt die Kombination aus wissenschaftlichem Fortschritt und finanziellem Druck eine schwierige Gleichung. Die neuen Partnerschaften mit Plectonic und Odyssey Therapeutics signalisieren, dass Evotec seine Technologieplattformen weiterhin als wertvoll positionieren kann.

Ob dies ausreicht, um das verlorene Vertrauen zurückzugewinnen, wird sich erst zeigen, wenn das Unternehmen mit kommenden Quartalszahlen belegen muss, dass die gesenkte Jahresprognose tatsächlich Bestand hat.

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Evotec Aktie

2,80 EUR

– 0,01 EUR -0,43 %
KGV
KUV 0,75
Sektor Gesundheitswesen
Div.-Rendite
Marktkapitalisierung 498,09 Mio. EUR
Ø Kursziel 4,59 EUR
ISIN: DE0005664809 WKN: 566480

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