Evotec Aktie: Odyssey Therapeutics startet Forschungspartnerschaft

Evotec kooperiert mit Odyssey Therapeutics bei KI-gestützter Wirkstoffforschung für Autoimmunerkrankungen. Zweite Partnerschaft binnen einer Woche, während die Aktie nach der Gewinnwarnung unter Druck bleibt.

Dr. Robert Sasse ·
Moderne biopharmazeutische Laborumgebung mit wissenschaftlichen Instrumenten und molekularer Forschung. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Neue Kooperation mit Odyssey Therapeutics
  • Fokus auf Autoimmun- und Entzündungserkrankungen
  • Zweite Partnerschaft innerhalb weniger Tage
  • Aktie erholt sich leicht nach Kursrutsch

Evotec hat eine neue strategische Forschungspartnerschaft mit Odyssey Therapeutics bekanntgegeben. Wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte, kombinieren beide Firmen ihre KI-gestützte Wirkstoffforschung mit dem Ziel, neue Therapien für Autoimmun- und Entzündungserkrankungen zu identifizieren. Evotec bringt dabei seine Plattform und Screening-Technologien ein, Odyssey Therapeutics liefert die Expertise in Krankheitsbiologie. Für die Bereitstellung validierter Wirkstoffserien erhält Evotec nach eigenen Angaben Meilensteinzahlungen.

Die Kooperation reiht sich in eine Serie von Partnerschaften ein, mit denen Evotec sein Geschäftsmodell der externen Forschungsdienstleistung untermauert. Konkrete Zahlen zum finanziellen Volumen der Odyssey-Vereinbarung nannte das Unternehmen nicht.

Zweite Partnerschaft binnen einer Woche

Erst wenige Tage zuvor, am 3. August, hatte das US-Biotech-Unternehmen Niagen Bioscience Evotec als Partner für die präklinische Entwicklung des Wirkstoffkandidaten NB4168 ausgewählt. Ziel dieser Zusammenarbeit sind Forschungsprogramme im Bereich des gesunden Alterns. Zwei neue Kooperationsvereinbarungen innerhalb weniger Tage signalisieren, dass das Auftragsforschungsgeschäft trotz der schwierigen operativen Lage weiterläuft. Ob diese Deals kurzfristig spürbar zur Umsatzentwicklung beitragen, bleibt zunächst offen – beide Partnerschaften wurden ohne bezifferte Vertragswerte kommuniziert.

Für Anleger sind solche Meldungen dennoch relevant: Sie zeigen, dass Evotec als Partner für frühe Forschungsprogramme gefragt bleibt, während das Unternehmen zugleich mit den Folgen einer massiven Prognosekorrektur kämpft.

Nach der Gewinnwarnung bleibt der Kurs unter Druck

Am 13. Juli hatte Evotec per Ad-hoc-Mitteilung seine Jahresprognose 2026 drastisch gesenkt. Der erwartete Konzernumsatz wurde von zuvor 700 bis 780 Millionen Euro auf 570 bis 610 Millionen Euro reduziert, das bereinigte Konzern-EBITDA sollte statt der ursprünglich veranschlagten null bis 40 Millionen Euro nun zwischen minus 70 und minus 105 Millionen Euro liegen. Gleichzeitig veröffentlichte das Unternehmen vorläufige, ungeprüfte Zahlen für das erste Halbjahr: ein Umsatz von rund 300,1 Millionen Euro stand einem bereinigten EBITDA von etwa minus 42,7 Millionen Euro gegenüber. Die Liquidität zum 30. Juni bezifferte Evotec auf rund 465,6 Millionen Euro.

Die Aktie reagierte auf diese Nachrichten mit einem Kursrückgang von 32,25 Prozent im Verlauf des Julimonats. Auch danach blieb der Abwärtsdruck bestehen: Binnen 30 Tagen verlor das Papier 27,99 Prozent an Wert. Am Freitag schloss die Evotec-Aktie bei 3,50 Euro und legte damit im Tagesvergleich um 1,21 Prozent zu – ein kleiner Lichtblick nach Wochen mit klarer Abwärtstendenz. Zum 52-Wochen-Tief von 3,19 Euro, erreicht am 14. Juli, beträgt der Abstand nun 9,77 Prozent nach oben. Die jüngsten Kooperationsmeldungen mit Odyssey Therapeutics und Niagen Bioscience konnten den mittelfristigen Trend bislang nicht umkehren, dürften aber zur leichten Stabilisierung der vergangenen Tage beigetragen haben.

Blick auf den Halbjahresbericht

Am kommenden Donnerstag, dem 13. August, will Evotec den vollständigen, testierten Bericht zum ersten Halbjahr 2026 vorlegen, begleitet von einem Analysten-Webcast. Anleger dürften dabei besonders darauf achten, ob das Management weitere Details zur gesenkten Jahresprognose liefert und wie sich die operative Entwicklung im zweiten Quartal konkret darstellt.

Auf der Führungsebene hatte sich bereits im Juni etwas verändert: Im Rahmen der Hauptversammlung wurde Dieter Weinand zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt. Er folgt auf Prof. Dr. Iris Löw-Friedrich in dieser Position. Der personelle Wechsel fällt in eine Phase, in der Evotec sowohl operative Herausforderungen bewältigen als auch das Vertrauen der Kapitalmärkte zurückgewinnen muss. Die neuen Forschungspartnerschaften liefern dafür zumindest positive Signale aus dem operativen Geschäft.

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Evotec Aktie

3,23 EUR

– 0,02 EUR -0,61 %
KGV
KUV 0,80
Sektor Gesundheitswesen
Div.-Rendite
Marktkapitalisierung 574,89 Mio. EUR
Ø Kursziel 4,59 EUR
ISIN: DE0005664809 WKN: 566480

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