Evotec räumt gerade gleich an mehreren Stellen auf: Kosten runter, Standorte straffen, Kapitalbindung senken. Der Milliarden-Deal mit Sandoz soll dabei nicht nur Liquidität bringen, sondern auch die Strategie neu ausrichten. Doch an der Börse ist die Skepsis noch spürbar – warum tut sich der Kurs trotz der Maßnahmen so schwer?
Sandoz-Deal: Mehr Luft, weniger Kapitalbindung
Der wichtigste Schritt der jüngsten Zeit ist die Transaktion mit Sandoz. Evotec hat ein Kauf- und Lizenzabkommen unterzeichnet, das den Just-Evotec-Biologics-Standort Toulouse an den Generikahersteller überträgt.
Finanziell geht es um rund 350 Mio. US-Dollar in bar sowie mehr als 300 Mio. US-Dollar an vorgelagerten Lizenzgebühren und erfolgsabhängigen Meilensteinzahlungen über die kommenden Jahre – plus mögliche Royalties auf bis zu zehn Biosimilars. Evotec bezeichnet den Deal als unmittelbar ergebnisverbessernd und als Baustein einer kapitalärmeren Strategie.
Priority Reset: Sparprogramm über Plan
Parallel läuft das Restrukturierungsprogramm („Priority Reset“). Evotec konsolidiert Standorte, senkt Kosten und will den Fokus stärker auf margenstärkere Projekte und hochmargige Technologielizenzen legen. Laut Unternehmen übertreffen die Kostensenkungen dabei die ursprünglichen Ziele.
Am langfristigen Zielbild hält Evotec fest: Für 2024 bis 2028 nennt der Konzern eine Umsatz-CAGR von 8 bis 12% sowie eine bereinigte EBITDA-Marge von über 20% bis 2028.
Zahlen und Kurs: Gegenwind bleibt
Operativ zeigt sich zuletzt ein gemischtes Bild. In den ersten neun Monaten 2025 sank der Konzernumsatz auf 535,1 Mio. Euro (–7,1% gegenüber Vorjahr). Der Bereich Discovery & Preclinical Development ging zurück, während Just-Evotec Biologics zulegte. Unterm Strich blieb das bereinigte Konzern-EBITDA jedoch negativ (–16,9 Mio. Euro). Positiv stach eine Zahlung über 25 Mio. US-Dollar von Bristol Myers Squibb (Oktober 2025) im Rahmen der Neurowissenschafts-Partnerschaft hervor.
An der Börse spiegelt sich die Zurückhaltung im Kursbild: Am Freitag schloss die Aktie bei 5,86 Euro (+0,58%). Auf 30 Tage steht dennoch ein Minus von 9,35%, auf 12 Monate sind es –29,66%. Zudem notiert der Kurs unter dem 50-Tage-Durchschnitt (6,06 Euro) und dem 200-Tage-Durchschnitt (6,25 Euro) – ein Hinweis darauf, dass die Erholung bislang nicht trägt.
Auch die Vergangenheit wirkt nach: Managementwechsel, Cyberangriff und buchhalterische Themen haben das Vertrauen belastet. Entsprechend hoch ist die Hürde, bis der Markt wieder „kauft“, dass neue Ziele auch eingehalten werden.
Der nächste konkrete Prüfstein ist der Jahresbericht Anfang April. Dort wird vor allem die Guidance für 2026 entscheidend sein: Eine überzeugende Prognose könnte den Umbau glaubwürdiger machen – bleibt der Ausblick verhalten, dürfte die Aktie trotz besserer Liquidität und Sparprogramm weiter schwer in Schwung kommen.
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