Exxon Mobil: 6% Produktionsausfall durch Hormuz-Krise
Exxon leidet unter Produktionsausfällen am Golf, startet aber LNG-Exporte aus Texas. Q1-Zahlen am 1. Mai erwartet.

Kurz zusammengefasst
- Sechs Prozent Produktionsrückgang im Quartal
- Erster LNG-Export aus Golden Pass Terminal
- Höhere Ölpreise stützen das Upstream-Ergebnis
- Hauptversammlung stimmt über Domizilwechsel ab
Brent-Öl über 112 Dollar, ein neues LNG-Terminal in Texas und ein Produktionsausfall von sechs Prozent im ersten Quartal — Exxon Mobil erlebt gerade eine seltene Gleichzeitigkeit von Risiko und strategischem Fortschritt. Am 1. Mai legt der Konzern seine Q1-Zahlen vor.
Hormuz-Krise trifft direkt ins Mark
Der Konflikt im Persischen Golf ist für Exxon kein abstrakter Makroschock. Die Schließung der Straße von Hormuz hat die Öl- und Gasoperationen in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar empfindlich getroffen — zwei Länder, die zusammen rund 20 Prozent der globalen Jahresproduktion des Konzerns ausmachen. Das Ergebnis: ein Produktionsrückgang von sechs Prozent im ersten Quartal.
Brent-Rohöl kletterte am Dienstag auf über 112 Dollar je Barrel, nachdem die US-Iran-Verhandlungen erneut gescheitert waren. Präsident Trump sagte die geplante Entsendung von Unterhändlern nach Islamabad ab — mit Verweis auf interne Uneinigkeit in Teheran. Goldman Sachs reagierte prompt und hob seine Brent-Prognose für Ende 2026 auf 90 Dollar an, von zuvor 80 Dollar. Die Bank verweist auf anhaltende Exportausfälle am Golf und eine schleppende Produktionserholung, die die globalen Lagerbestände in Rekordtempo schmelzen lässt.
Für das Q1-Ergebnis bedeutet das ein gemischtes Bild. Höhere Rohstoffpreise dürften das Upstream-Ergebnis um bis zu 2,9 Milliarden Dollar stützen. Negative Timing-Effekte aus Derivaten und Preisbewegungen könnten diesen Effekt jedoch weitgehend aufzehren — Exxon selbst schätzt diesen Gegenwind auf bis zu 4,9 Milliarden Dollar.
Golden Pass: Erster Cargo verschifft
Während der Nahe Osten Probleme bereitet, liefert Texas einen strategischen Ausgleich. Exxon und QatarEnergy haben erstmals einen LNG-Exportcargo vom Golden Pass Terminal an der US-Golfküste verschifft. Das Joint Venture soll nach vollständiger Inbetriebnahme aller drei Produktionslinien rund 18 Millionen Tonnen LNG pro Jahr liefern. Aktuell läuft erst die erste Linie — und das noch nicht auf voller Kapazität. Reuters berichtete, Exxon habe während der Inbetriebnahme ein Angebot für zwei erste Cargos zurückgezogen, als die Anlage erst bei etwa einem Drittel der Kapazität arbeitete.
Das Projekt ergänzt Exxons wachsendes Portfolio in Guyana und im Permian Basin, wo der Konzern die Produktion 2026 auf 1,8 Millionen Barrel Öläquivalent täglich steigern will.
Aktie und Hauptversammlung
Die Exxon-Aktie notiert aktuell bei rund 129 Euro — gut 14 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch vom März, aber auf Jahressicht immer noch mehr als 35 Prozent im Plus.
Auf der Hauptversammlung am 27. Mai stimmen Aktionäre über einen Domizilwechsel von New Jersey nach Texas ab. Der Konzernvorstand empfiehlt die Zustimmung einhellig. Texas erhebt keine Körperschaftsteuer, New Jersey hingegen 11,5 Prozent — ein dauerhafter Cashflow-Vorteil, der bei einem Unternehmen mit laufenden Milliardenprojekten wie Golden Pass erheblich ins Gewicht fällt. Kritik kommt vom New Yorker Stadtschatzmeister: Er hat einen Aktionärsantrag eingereicht, der hinterfragt, warum das firmeneigene Retail-Abstimmungsprogramm Kleinaktionäre automatisch für alle Vorstandsempfehlungen abstimmen lässt — sofern diese nicht aktiv widersprechen.
Den ersten vollständigen Blick auf die finanziellen Folgen der Hormuz-Krise liefert Exxon am 1. Mai im Rahmen der Q1-Ergebnispräsentation.
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