Fannie Mae ist mit einem deutlichen Kursrutsch ins Wochenende gegangen. Die Aktie verlor am Freitag rund 12 % und fiel auf 8,51 US‑Dollar. Auslöser ist ein Kurswechsel in der US-Wohnungspolitik, der die Hoffnungen auf eine baldige Beendigung der staatlichen Aufsicht deutlich dämpft. Für viele Anleger rückt damit der erhoffte Werthebel durch eine Privatisierung in weitere Ferne.
Regierungsdirektive drückt Kurs
Im Mittelpunkt steht eine Weisung des Weißen Hauses aus der ersten Januarhälfte. Die Regierung hat Fannie Mae und das Schwesterinstitut Freddie Mac angewiesen, Hypothekenpapiere (Mortgage-Backed Securities, MBS) im Volumen von 200 Milliarden US‑Dollar zu kaufen. Offizielles Ziel ist es, Hypothekenzinsen zu senken und Wohneigentum erschwinglicher zu machen.
Für den Aktienmarkt ist genau das das Problem. Die Verbriefungsinstitute sollen nach dieser Lesart weiter vorrangig als politisches Instrument dienen – und nicht als profitorientierte, kapitalmarktorientierte Unternehmen agieren. Dieser Konflikt zwischen wohnungspolitischen Zielen und einem klaren Privatisierungspfad belastet die Bewertung deutlich.
Wichtige Punkte im Überblick:
- Direktive zum Kauf von MBS über 200 Mrd. US‑Dollar
- Aktie seit 7. Januar um etwa 10 % gefallen, davon rund 12 % am Freitag
- Deutlich erhöhtes Handelsvolumen mit knapp 16 Mio. Aktien
- Analysteneinschätzung: kurzfristig kein „echter“ Ausstieg aus der Aufsicht zu erwarten
Die Aktie befindet sich seit der Ankündigung Anfang Januar im Rückwärtsgang. Ein Analyst von Evercore ISI sprach Anfang der Woche davon, es sei nun „vollkommen klar“, dass Fannie Mae und Freddie Mac auf absehbare Zeit keinen echten Ausstieg aus der staatlichen Aufsicht erhalten werden. Am Freitag zog das Handelsvolumen deutlich an, fast 16 Millionen Papiere wechselten den Besitzer – ein klarer Hinweis auf ausgeprägten Verkaufsdruck.
Längere Hängepartie bei der Aufsicht
Seit Jahren hoffen Investoren auf ein Ende der Zwangsverwaltung, in die Fannie Mae während der Finanzkrise 2008 überführt wurde. Ein Ausstieg, etwa über einen Börsengang oder eine Rückkehr an eine große US‑Börse, gilt als zentrale Voraussetzung, um den aus Investorensicht „verborgenen“ Aktienwert zu heben.
Die neue MBS-Kaufpflicht läuft dieser Erwartung zuwider. Solange die Bilanz von Fannie Mae primär genutzt wird, um die Entwicklung des Hypothekenmarkts zu steuern, steht der Aufbau von Eigenkapital für eine eigenständige, privatwirtschaftliche Aufstellung klar nicht im Vordergrund.
Besonders brisant wirkt der Schritt vor dem Hintergrund der jüngsten Spekulationen: Noch kurz vor der Direktive kursierten Berichte über eine mögliche zeitnahe Entscheidung zu einem IPO von Fannie Mae und Freddie Mac. Diese Meldungen hatten die Fantasie der Anleger angeheizt. Mit der nun eingeschlagenen Linie der Regierung korrigiert der Markt diese Hoffnungen – die Folge ist die deutliche Neubewertung der Aktie.
Ausblick: Politik als Kurstreiber
Nach der jüngsten Entscheidung hängt die weitere Kursentwicklung noch stärker an der Politik aus Washington. Im Fokus stehen nun weitere Details zur Wohnungs- und Hypothekenagenda der US-Regierung sowie Signale, ob der aktuelle Kurs längerfristig angelegt ist oder angepasst wird.
Als nächster planbarer Unternehmens-Termin gilt die Veröffentlichung der Quartalszahlen Mitte Februar. Zwar spielt die operative Entwicklung von Fannie Mae grundsätzlich eine Rolle, der kurzfristige Preistreiber dürfte aber weiterhin vor allem die Erwartungshaltung zur Zukunft der staatlichen Aufsicht bleiben. Der Rückgang auf das niedrigste Kursniveau des laufenden Monats zeigt, dass der Markt derzeit mit einem deutlich längeren Zeithorizont bis zu einem möglichen Ausstieg aus der Zwangsverwaltung rechnet.
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