Fed-Mitglied Hammack drängt auf straffere Zinspolitik

Cleveland-Fed-Präsidentin Beth Hammack hält weitere Zinserhöhungen für nötig; die Märkte rechnen mehrheitlich mit einer Pause.

Felix Baarz ·
KI-generiertes Symbolbild
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • KI-Ausgaben verstärken den Preisdruck
  • Inflation liegt zwischen 2,5 und 3,0 Prozent
  • Arbeitslosenquote beträgt 4,2 Prozent
  • Hammack votierte bereits im Juli für Straffung

Ein anhaltender Investitionsboom und kräftige Vermögenseffekte treiben die US-Wirtschaft an. Weil dieser Nachfrageschub die Teuerung verfestigen könnte, fordert Cleveland-Fed-Präsidentin Beth Hammack eine noch restriktivere Geldpolitik. Die Notenbank müsse die Wirtschaft an den Rändern abkühlen, um die Inflation wieder nachhaltig zu senken.

Aktuell verharrt die Inflationsrate in einer Spanne von 2,5 bis 3,0 Prozent. Der Arbeitsmarkt präsentiert sich mit einer Arbeitslosenquote von 4,2 Prozent weiterhin stabil. Genau diese Konstellation sieht die Notenbankerin als Begründung für ein härteres Durchgreifen: Da die Beschäftigung gesichert sei, könne sich die Federal Reserve voll auf die Preisstabilität konzentrieren, ohne Entlassungswellen zu riskieren.

KI-Investitionen heizen Preisdruck an

Als wesentlichen Treiber sieht Hammack vor allem die Ausgaben von Technologiekonzernen für künstliche Intelligenz. Sogenannte Hyperscaler investieren enorme Summen in Rechenzentren, wobei Kosten kaum eine Rolle zu spielen scheinen. Diese unerbittliche Nachfrage nach Ressourcen drohe eine Inflationspsychologie in der gesamten Wirtschaft zu verankern. Wenn Unternehmen mit dauerhaft höheren Preissteigerungen rechnen, erhöhen sie ihre eigenen Preise oft präventiv.

Während wohlhabende Haushalte und investierende Großkonzerne die Konjunktur stützen, geraten einkommensschwache Verbraucher zunehmend unter Druck. Viele von ihnen müssen inzwischen abwägen, welche Rechnungen sie zuerst bezahlen.

Anleiherenditen im historischen Vergleich unauffällig

Die jüngsten Zinsanstiege am Kapitalmarkt bereiten der Währungshüterin keine Sorgen. Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen bewegen sich nach ihrer Einschätzung lediglich auf dem Niveau der 1990er-Jahre. Sie seien historisch betrachtet moderat und keineswegs außergewöhnlich hoch.

Baufinanzierungen über der Marke von 7 Prozent spiegeln diese Normalisierung wider. Die extrem niedrigen Zinsen der vergangenen Dekade waren Ausnahmezustände, ausgelöst durch schwere Krisen und expansive Notenbankhilfen.

Die nächste Zinsentscheidung fällt auf der Fed-Sitzung am 27. und 28. Oktober. Hammack, die in diesem Jahr stimmberechtigt ist und bereits im Juli für eine Straffung votierte, geht nach dem Zinsschritt im September mit Offenheit in die Beratungen. Während die Finanzmärkte mehrheitlich von einer Zinspause ausgehen, hält sie weitere Zinserhöhungen für notwendig, um die Konjunktur gezielt einzubremsen.

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