Fed steuert auf Zinsanhebung um 25 Basispunkte zu

Die Fed dürfte den Leitzins auf 3,75 bis 4,00 Prozent anheben. Im Fokus stehen danach Projektionen und Hinweise zum weiteren Kurs.

Felix Baarz ·
KI-generiertes Symbolbild
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Leitzins soll um 25 Basispunkte steigen
  • Kernteuerung legt im August zu
  • Energiepreise erhöhen geldpolitischen Handlungsdruck
  • Zinspfad für kommende Monate entscheidend

Die US-Notenbank dürfte ihren Leitzins am Mittwoch um 25 Basispunkte anheben. Angesichts einer hartnäckigen Teuerung und neuer Risiken an den Energiemärkten stellt sich die Mehrheit der Marktteilnehmer auf eine neue Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent ein. Eine Zinspause gilt als unwahrscheinlich, da die Währungshüter ein klares Signal gegen verfestigte Inflationserwartungen setzen wollen.

Zwei Faktoren stützen dieses Szenario. Die US-Kerninflation ohne Energie und Nahrungsmittel legte im August um 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat zu. Parallel dazu kletterten die Energiepreise nach einem jüngsten Angriff auf saudi-arabische Industrieanlagen spürbar. Beide Entwicklungen erhöhen den Druck auf die Notenbank, geldpolitisch gegenzusteuern.

Hinzu kommt die Verfassung der Binnenkonjunktur: Die Wirtschaft zeigt sich widerstandsfähig, während sich der Arbeitsmarkt nahe der Vollbeschäftigung bewegt. Zuletzt wuchs überdies der politische Druck, da US-Präsident Trump erneut fallende Zinsen forderte. Notenbankchef Kevin Warsh dürfte eine Zinserhöhung daher auch nutzen, um die Unabhängigkeit der Federal Reserve demonstrativ zu unterstreichen.

Projektionen und der künftige Zinspfad

Wegweisend für die Finanzmärkte wird neben dem Zinsbeschluss vor allem der Ausblick sein. Mit den aktualisierten Konjunkturprognosen und dem Zinspfad-Diagramm steckt der Offenmarktausschuss die Linie für die kommenden Monate ab. An den Terminmärkten wird für Dezember bereits ein weiterer Zinsschritt eingepreist.

Für das Jahr 2027 rechnen viele Marktteilnehmer derzeit mit ein bis zwei zusätzlichen Erhöhungen. Sollte sich die Lage im Nahen Osten jedoch beruhigen und der Aufwärtsdruck bei den Öl- und Gaspreisen nachlassen, könnte sich diese Erwartungshaltung als überzogen erweisen.

Ein Verzicht auf die Zinsanhebung am Mittwoch birgt nach Ansicht von Marktbeobachtern erhebliche Risiken für die Glaubwürdigkeit der Notenbank. Ohne straffere Zügel drohen ein weiterer Anstieg der langfristigen Anleiherenditen sowie neuer Abwertungsdruck auf den US-Dollar. Liefert die Fed den erwarteten Zinsschritt, fokussiert sich das Geschehen unmittelbar auf die Signale für die verbleibenden Sitzungen bis zum Jahresende.

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