Fermi Aktie: MUFG-Kreditauflage gegen Gebühr gestrichen
Für 25 Millionen US-Dollar Gebühr entfällt eine Kreditauflage; die Finanzierung der ersten Bauphase ist weiterhin nicht gesichert.

Kurz zusammengefasst
- Mögliche Tilgungen 2026 und 2027 entfallen
- Änderungsgebühr von 25 Millionen US-Dollar
- Baufinanzierung der ersten Phase bleibt offen
- Cantor-Fitzgerald senkt Kursziel auf 8 US-Dollar
Fermi entschärft heute den kurzfristigen Tilgungsdruck bei Project Matador. Für 25 Millionen US-Dollar Änderungsgebühren streicht das Unternehmen eine wichtige Auflage aus seinem Ausrüstungskredit mit MUFG. Damit entfallen mögliche zusätzliche Tilgungen. Die Baufinanzierung für die erste Projektphase ist dadurch allerdings noch nicht gesichert.
Kreditauflage fällt gegen Gebühr
Nach Fermis heutiger Mitteilung haben zwei indirekte, vollständig gehaltene Tochtergesellschaften den Kreditvertrag geändert. Bisher mussten sie bis zum 10. November einen Leasing- oder Abnahmevertrag über 400 MW am Project-Matador-Standort abschließen. Diese Verpflichtung entfällt ebenso wie die daran geknüpfte mögliche Erhöhung der Tilgung.
Die Änderung beseitigt damit eine konkrete vertragliche Hürde. Sie ist aber weder ein neuer Mietvertrag noch eine Zusage für die noch benötigte Baufinanzierung. MUFG bleibt Verwaltungsagent eines neuen Kreditgeberkonsortiums.
Fermi zufolge entfallen potenzielle zusätzliche Tilgungszahlungen von rund 22 Millionen US-Dollar im vierten Quartal 2026.
Für die kurzfristige Liquiditätsplanung bedeutet das mehr Spielraum. Die Entlastung betrifft jedoch mögliche Zahlungen bei Nichterfüllung der bisherigen Auflage, nicht einen Erlass der gesamten Kreditschuld. Zugleich belastet die bereits gezahlte Änderungsgebühr die Liquidität.
Für 2027 nennt Fermi weitere potenzielle Tilgungen von rund 19 Millionen US-Dollar im ersten und 15 Millionen US-Dollar im zweiten Quartal, die durch die Änderung entfallen.
Finanzierung bleibt die entscheidende Hürde
Die neue Vereinbarung trennt den Ausrüstungskredit von der bisherigen Vermietungsvorgabe. Für Anleger verschiebt sich der Schwerpunkt damit auf den tatsächlichen Abschluss der Projektverträge und die Finanzierung des Baus.
Am Dienstag hatte Fermi eine Kreditunterstützungsvereinbarung mit AMD für den 222-MW-Lease der ersten Matador-Phase bekannt gegeben. Ein separater Partnerschaftsrahmen sieht künftige Erweiterungen um bis zu 650 MW Bruttoleistung vor.
Fermi bezeichnete die Unterstützung als wichtigen Schritt zur Projektfinanzierung. Die Verpflichtungen von AMD und der Abschluss des TensorWave-Leases bleiben jedoch an Bedingungen geknüpft. Für die mögliche Erweiterung wurde kein Mieter genannt. Auch Höhe und Laufzeit der AMD-Unterstützung wurden nicht beziffert.
Der Abschluss des TensorWave-Leases ist weiterhin bis zum 31. Oktober vorgesehen und benötigt noch Baufinanzierung. Fermi nennt eine Projektfinanzierung zu akzeptablen Konditionen ausdrücklich als Risiko.
Analyst senkt Ziel trotz Entlastung
Die Finanzierungserleichterung steht einer vorsichtigeren Bewertung gegenüber: Cantor-Fitzgerald-Analyst Brett Knoblauch senkte heute sein Kursziel von 12 auf 8 US-Dollar. Die Einstufung „Overweight“ behielt er bei.
Auch am Markt sorgt die Vertragsänderung bislang nicht für Entspannung: Die Tagesveränderung der Aktie beträgt -7,2%. Entscheidend ist damit die Unterscheidung zwischen weniger kurzfristigem Tilgungsdruck und einer abgeschlossenen Projektfinanzierung. Ersteres hat Fermi erreicht; Letzteres bleibt an weitere Voraussetzungen gebunden.
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