Ferrari Aktie: Margen-Rekord trotz weniger Autos

Ferrari steigert Umsatz und Gewinn durch teure Sonderausstattungen, obwohl weniger Autos verkauft werden. Die Jahresprognose wurde angehoben.

Dieter Jaworski ·
Ferrari Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Weniger Fahrzeuge, höherer Gewinn
  • Personalisierungen als Umsatztreiber
  • Jahresprognose deutlich angehoben
  • Aktie zeigt volatile Kursreaktion

Ferrari hat im zweiten Quartal 128 Sportwagen weniger ausgeliefert als vor einem Jahr – und trotzdem mehr verdient. Möglich macht das ein Trick, den die Italiener seit Jahren perfektionieren: Kunden zahlen kräftig drauf für Sonderausstattung. Die Jahresprognose wandert deshalb nach oben, an der Börse sorgte das zunächst für Achterbahnfahrten.

Weniger Stückzahl, mehr Umsatz

Im zweiten Quartal setzte Ferrari 1,94 Milliarden Euro um, ein Plus von 8,4 Prozent auf berichteter Basis und 10,6 Prozent währungsbereinigt. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen kletterte auf 755 Millionen Euro bei einer Marge von 39,0 Prozent. Der Gewinn je Aktie stieg um 10,1 Prozent auf 2,62 Euro.

Verkauft wurden dabei nur 3.366 Fahrzeuge, 3,7 Prozent weniger als im Vorjahresquartal. Ferrari-Chef Benedetto Vigna führt den Rückgang auf den laufenden Modellwechsel zurück, nicht auf schwächere Nachfrage – die Auftragsbücher seien bis Ende 2027 gefüllt.

Sonderausstattung als Gewinntreiber

Der eigentliche Wachstumsmotor liegt woanders: Personalisierungen machten über 20 Prozent des Umsatzes mit Fahrzeugen und Ersatzteilen aus, mehr als vom Management selbst erwartet. Karbonteile, spezielle Lackierungen und maßgeschneiderte Interieurs treiben den Durchschnittswert pro Fahrzeug spürbar nach oben. Der positive Mix- und Preiseffekt steuerte allein 122 Millionen Euro zum operativen Gewinn bei.

Regional verschob sich das Bild: Europa und der Nahe Osten kamen auf 55 Prozent der Auslieferungen, ein deutlicher Sprung gegenüber dem Vorjahr. Amerika schwächelte dagegen mit einem Rückgang auf 23 Prozent – laut Unternehmen eine Folge der längeren Bauzeiten für stärker personalisierte Fahrzeuge, nicht mangelnder Nachfrage.

Prognose rauf, Kurs zunächst nervös

Ferrari erhöhte sämtliche Jahresziele. Der Umsatz soll nun bei rund 7,60 Milliarden Euro landen, das bereinigte Ebitda bei mindestens 2,97 Milliarden Euro – deutlich über dem, was Analysten im Schnitt erwartet hatten. Auch das Ziel für den freien Barmittelzufluss aus dem Industriegeschäft wurde angehoben, auf mindestens 1,55 Milliarden Euro.

An der Mailänder Börse schoss die Aktie zunächst um bis zu 4,8 Prozent auf ein Jahreshoch, bevor die Gewinne wieder verpufften und sich der Kurs am Nachmittag erholte. Ein Analyst von Jefferies ordnete die Reaktion so ein: Die Erwartungen der Analysten seien wenig ambitioniert gewesen, die der Investoren dagegen bereits erfüllt – trotz der angehobenen Prognose bleibe aber noch Spielraum nach oben. Vom Rekordhoch bei knapp 493 Euro aus dem Frühjahr 2025 ist die Aktie weiterhin deutlich entfernt.

Auffällig ist der Wechsel in der Bilanz: Nach rund 600 Millionen Euro Dividendenausschüttung und 209 Millionen Euro Aktienrückkäufen im Quartal drehte die Nettoindustrieposition von 388 Millionen Euro Cash Ende März auf 131 Millionen Euro Nettoschulden Ende Juni. Bis Jahresende will Ferrari zwei weitere neue Modelle vorstellen und damit den Produktzyklus fortsetzen, der zuletzt maßgeblich zur Prognoseerhöhung beigetragen hat.

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Ferrari Aktie

343,65 EUR

+ 3,85 EUR +1,13 %
KGV 37,38
Sektor Zyklischer Konsum
Div.-Rendite 1,06 %
Marktkapitalisierung 59,09 Mrd. EUR
ISIN: NL0011585146 WKN: A2ACKK

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