Ferrari Aktie: Prognose-Enttäuschung trotz Anhebung?
Ferrari steigert im dritten Quartal Umsatz und Ergebnis; die angehobenen Jahresziele treffen jedoch weitgehend die Analystenerwartungen.

Kurz zusammengefasst
- Quartalsumsatz wächst um sieben Prozent
- EBIT steigt um zwölf Prozent
- Ferrari hebt Jahresziele für 2026 an
- RBC und JPMorgan erhöhen Kursziele
Ferraris angehobener Jahresausblick reicht nicht aus, um die Anleger zu überzeugen: Die Aktie steht heute mit -2,2% unter Druck. Bereits nach den Quartalszahlen am Dienstag belastete die weitgehend erwartungsgemäße Prognose das Papier. Gleichzeitig hob RBC Capital Markets gestern das Kursziel an und bestätigte die positive Einschätzung. Damit stehen sinkende Kurse optimistischeren Analystenzielen gegenüber.
Der entscheidende Unterschied liegt zwischen Geschäftsentwicklung und Börsenerwartung. Ferrari übertraf mit dem Quartalsgewinn die Erwartungen. Beim Ausblick hatten sich manche Investoren offenbar mehr erhofft, wie RBC-Analyst Tom Narayan am Dienstag erklärte.
Gewinn wächst stärker als Umsatz
Ferrari meldete für das dritte Quartal 2026 einen Nettoumsatz von 1.896 Millionen Euro. Das entsprach einem Wachstum von 7%. Das operative Ergebnis EBIT erreichte 563 Millionen Euro.
Die Ergebnisentwicklung fiel damit stärker aus als das Umsatzwachstum. Die Zahlen liefern also keinen Hinweis auf einen Gewinneinbruch als Erklärung für die enttäuschte Marktreaktion. Im Mittelpunkt steht vielmehr die Frage, wie viel Verbesserung Anleger bereits vorausgesetzt hatten.
Das EBIT stieg um 12%. Auch das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen legte um 12% zu und erreichte 753 Millionen Euro.
Höherer Ausblick ohne große Überraschung
Mit dem Quartalsbericht erhöhte Ferrari seine Jahresprognose. Medienberichten zufolge entsprach der neue Ausblick allerdings weitgehend den Analystenerwartungen. Eine Anhebung allein genügte deshalb nicht für eine positive Kursreaktion.
Für 2026 erwartet Ferrari nun einen Nettoumsatz von ungefähr 7,65 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen soll mindestens 3,00 Milliarden Euro erreichen.
Diese Angaben sind Zielgrößen, keine bereits erzielten Jahresergebnisse. Für Anleger bleibt damit wesentlich, ob Ferrari die höheren Erwartungen im weiteren Jahresverlauf erfüllen kann.
Beim bereinigten EBIT lautet die neue Vorgabe auf mindestens 2,285 Milliarden Euro. Für das bereinigte verwässerte Ergebnis je Aktie stellt Ferrari mindestens 9,85 Euro in Aussicht.
Analysten heben ihre Ziele an
Die verhaltene Börsenreaktion führte bei den beiden Analysehäusern nicht zu vorsichtigeren Bewertungen. Ihre Zielanhebungen zeigen vielmehr, dass sie trotz der Enttäuschung über den Umfang der Prognoseerhöhung positiv auf Ferrari blicken.
RBC Capital Markets erhöhte das Kursziel gestern von 430 auf 435 Euro und bestätigte die Einstufung „Outperform“.
Damit verbindet das Haus seine positive Bewertung mit einer nur kleinen Anpassung des Kursziels. Narayans Hinweis auf möglicherweise höhere Anlegererwartungen erklärt zugleich, weshalb gute Geschäftszahlen und Verkaufsdruck nebeneinanderstehen können.
JPMorgan hatte bereits am Dienstag das Kursziel von 380 auf 420 Euro angehoben und die Einstufung „Übergewichten“ beibehalten.
Für die Aktie zählt somit nicht nur, dass Ferrari wächst und seine Ziele erhöht. Die Kursreaktion unterstreicht, wie stark auch der Abstand zwischen einer guten Prognose und noch höheren Erwartungen ins Gewicht fällt.
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