Ferrexpo Aktie: 500 Millionen Dollar Offshore-Vorwurf
Ferrexpo sieht sich mit Offshore-Vorwürfen und einem anhaltenden Handelsstopp in London konfrontiert. Eine Kapitalerhöhung ist überlebenswichtig.

Kurz zusammengefasst
- Parlament untersucht Offshore-Vorwürfe
- Aktienhandel in London ausgesetzt
- Kapitalerhöhung über 100 Mio. Dollar nötig
- Neue EU-Zölle belasten Exporte
Ferrexpo steht vor einer Existenzprobe. Während die Aktie in London weiter auf Eis liegt, gerät das Unternehmen nun ins Visier der österreichischen Politik. Eine parlamentarische Untersuchung stellt die gesamte Finanzstruktur infrage.
Österreichische Abgeordnete fordern Aufklärung über komplexe Firmengeflechte. Im Kern geht es um den Vorwurf des sogenannten Offshore-Asset-Stripping. Pellets aus dem ukrainischen Poltava-Werk wurden angeblich zu Billigpreisen an eine Schweizer Tochtergesellschaft verkauft. Marktbeobachter schätzen die so verschobenen Gewinne auf mindestens 500 Millionen Dollar. Die Firmenführung bestreitet diese Vorwürfe und verweist auf marktübliche Konditionen.
An der Londoner Börse herrscht derweil Stillstand. Seit Mai 2026 ist der Handel der Ferrexpo-Aktie ausgesetzt. Grund ist das Unvermögen der Firma, geprüfte Zahlen für das Jahr 2025 vorzulegen. Das Management kämpft parallel dazu um eine lebenswichtige Finanzspritze. Eine Kapitalerhöhung über 100 Millionen Dollar gilt als einzige Lösung, konnte bisher aber nicht abgeschlossen werden.
Die operative Lage ist ohnehin prekär. Nur eine der vier Produktionslinien läuft aktuell. Grund ist die schwer beschädigte Energieinfrastruktur in der Ukraine.
Hinzu kommen neue Hürden aus Brüssel. Seit Juli gelten halbierte Zollfreikontingente für ukrainischen Stahl. Überschreitet Ferrexpo diese Grenzen, wird ein Zoll von 50 Prozent fällig. Zusammen mit neuen Umweltauflagen belastet dies die Gewinnmargen beim Export nach Mitteleuropa massiv.
Mitte Juli veröffentlicht der Konzern neue Produktionsdaten für das zweite Quartal. Diese Zahlen zeigen, wie stark die neuen EU-Zölle die Exporte tatsächlich bremsen. Bis September muss das österreichische Finanzministerium zur Untersuchung Stellung beziehen. Ohne die geplante Kapitalerhöhung über 100 Millionen Dollar bleibt das Überleben des Erzförderers ungewiss.
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