Ferrexpo Aktie: Produktion bis Mitte September finanziert
Ferrexpo pausiert wegen Kriegsrisiken die Förderung in der Ukraine. Ohne neue Mittel droht Mitte September die Zahlungsunfähigkeit.

Kurz zusammengefasst
- Produktionsstopp wegen Sicherheitsbedenken
- Liquidität bis September gesichert
- Kapitalerhöhung über 100 Mio. Dollar
- Getroffenes Frachtschiff erfolgreich geborgen
Der in London notierte Bergbaukonzern Ferrexpo hat seine Produktion in der Ukraine aufgrund massiv gestiegener Kriegsrisiken und logistischer Blockaden vorübergehend eingestellt. Wie das Unternehmen am Dienstag bestätigte, ist die Fortführung des Betriebs derzeit nicht mit der Sicherheit der Mitarbeiter und der wirtschaftlichen Stabilität vereinbar. Damit reagiert der Konzern auf die jüngste Eskalation im Schwarzen Meer, die den Exportweg für Eisenerzpellets nahezu vollständig zum Erliegen gebracht hat.
Finanzielle Reichweite bis Mitte September
Die finanzielle Lage des Unternehmens hat sich durch die ausbleibenden Exporterlöse dramatisch verschärft. Laut aktuellen Berichten reichen die liquiden Mittel ohne eine zusätzliche Finanzierung nur noch bis Mitte September 2026 aus. Um den drohenden Zahlungsausfall abzuwenden, läuft derzeit eine Kapitalerhöhung in Höhe von 100 Millionen US-Dollar. Die Bereitstellung von frischem Betriebskapital gilt als zwingende Voraussetzung für eine mögliche Wiederaufnahme der Produktion.
Zusätzlichen Druck auf die Bilanz üben ausgesetzte Mehrwertsteuer-Erstattungen seitens des ukrainischen Staates sowie die hohen Kosten für alternative Logistikrouten aus. Während die Belieferung europäischer Kunden derzeit noch aus vorhandenen Lagerbeständen erfolgt, belasten die Angriffe auf das ukrainische Energienetz die Betriebskosten der verbleibenden Infrastruktur erheblich. Der Handel mit den Aktien des Konzerns ist bereits seit Mai ausgesetzt.
Bergung nach Drohnenangriff im Schwarzen Meer
Ein zentrales Ereignis der vergangenen Tage war die Bergung eines Frachtschiffs, das am 28. Juli im Schwarzen Meer von einer Drohne getroffen worden war. Das Schiff, das mit 55.000 Tonnen hochwertiger DR-Pellets beladen ist, konnte mittlerweile aus der Gefahrenzone abgeschleppt werden und befindet sich zur Inspektion auf dem Weg in einen Hafen. Bei dem Angriff war ein Besatzungsmitglied ums Leben gekommen.
Insgesamt warten derzeit rund 189.000 Tonnen Pellets auf den Versand über den Seeweg. Die Kosten für diese blockierte Logistik werden auf etwa 20 Millionen US-Dollar geschätzt. Die jüngsten Angriffe auf die zivile Schifffahrt haben dazu geführt, dass große Reedereien wie Maersk ihre Dienste in der Region eingestellt haben, was die exportorientierte ukrainische Metallurgie hart trifft.
Metallurgie unter Druck durch Blockaden
Die Situation bei Ferrexpo spiegelt die Krise der gesamten Branche wider. Analysten des GMK Center weisen darauf hin, dass die Eisenerzproduktion in der Ukraine durch den Stopp des Seekorridors um bis zu 35 Prozent sinken könnte. In der ersten Jahreshälfte 2026 wurden noch rund die Hälfte aller Eisenerzexporte über das Meer abgewickelt. Neben den Logistikproblemen drücken sinkende Weltmarktpreise für Eisenerz, die zuletzt unter 98 US-Dollar pro Tonne fielen, auf die Margen. Gleichzeitig verdoppeln sich die Kosten für Kohleimporte aufgrund zerstörter inländischer Kapazitäten und erschwerter Transportwege.
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