Ferrexpo Aktie: Produktion um 72 Prozent eingebrochen

Der ukrainische Eisenerzproduzent Ferrexpo kämpft mit Produktionseinbrüchen und benötigt dringend eine Kapitalerhöhung zur Sicherung der Liquidität.

Dieter Jaworski ·
Ferrexpo Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Aktienhandel in London ausgesetzt
  • Produktion um 72 Prozent eingebrochen
  • Kapitalerhöhung von 100 Millionen Dollar nötig
  • Liquidität reicht bis Ende August

Der zuletzt genannte Schlusskurs von 28,58 Pence wirkt bei Ferrexpo fast nebensächlich. Die Aktie ist seit dem 1. Mai in London vom Handel ausgesetzt. Der Grund liegt nicht nur in der Bilanzprüfung. Der ukrainische Eisenerzproduzent hängt zugleich an zwei offenen Baustellen: frischem Kapital und dem Verlauf des Krieges.

Waffenruhe ohne echten Durchbruch

Russland und die Ukraine hatten einer von den USA vermittelten Waffenruhe vom 9. bis 11. Mai zugestimmt. Nach Ablauf warfen sich beide Seiten Verstöße vor. Ein belastbarer Frieden ist daraus nicht entstanden.

Trotzdem senden Moskau und Kiew wieder diplomatische Signale. Wladimir Putin erklärte, der Krieg könne sich einem Ende nähern. Er zeigte sich auch offen für direkte Gespräche mit Wolodymyr Selenskyj, entweder in Moskau oder an einem neutralen Ort.

Die Hürden bleiben hoch. Russland beharrt auf Gebietsansprüchen. Die Ukraine sieht ein Einfrieren der aktuellen Frontlinie als realistischere Basis. Für Ferrexpo ist das mehr als Politik. Jede Entspannung könnte die operative Lage stark verändern.

Produktion läuft nur auf Sparflamme

Die Minen in der Region Poltawa leiden vor allem unter Angriffen auf die ukrainische Energieversorgung. Im ersten Quartal produzierte Ferrexpo nur 592.751 Tonnen kommerzielle Ware. Das lag 72 Prozent unter dem Vorjahreswert von 2,1 Millionen Tonnen.

Der Produktmix zeigt die Schieflage. Eisenerzpellets machten mit 524.926 Tonnen den Großteil aus. Hochwertiges Konzentrat kam nur noch auf 67.825 Tonnen.

Ferrexpo hatte die Produktion im Quartal weitgehend gestoppt. Erst Ende Februar fuhr das Unternehmen wieder begrenzt hoch. Aktuell läuft nur eine von vier Pelletlinien. Die Ware geht weiter an Kunden in Europa.

Neben Stromproblemen belasten auch Logistik, Lieferketten und höhere Kosten. Der Krieg zieht zudem Arbeitskräfte ab, weil viele Beschäftigte eingezogen werden. Die Folge: Ferrexpo arbeitet derzeit mit Verlust.

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Kapitalerhöhung bleibt der Engpass

Die Handelssperre hängt an verspäteten geprüften Jahreszahlen für 2025. Der Konzern braucht eine tragfähige Finanzierung, damit die Bilanz auf Basis der Unternehmensfortführung erstellt werden kann. Ohne diese Grundlage bleibt auch der Geschäftsbericht blockiert.

Der Vorstand sieht eine Eigenkapitalerhöhung als einzigen praktikablen Weg. Institutionelle Investoren haben unverbindliches Interesse von mehr als 100 Millionen Dollar signalisiert. Die daran geknüpften Bedingungen passten jedoch nicht in den nötigen Zeitrahmen.

Der größte Aktionär Fevamotinico hält 49,3 Prozent und unterstützt den Schritt unter Bedingungen. Er will anteilig teilnehmen können. Außerdem soll die Kapitalerhöhung 100 Millionen Dollar nicht übersteigen.

Ferrexpo hat sich etwas Luft verschafft. Der Verkauf des Transportschiffs „Iron Destiny“ soll netto 7,7 Millionen Dollar bringen. Mit diesem Erlös reicht die verfügbare Liquidität nach Unternehmensangaben ungefähr bis Ende August 2026.

Ein weiterer Hebel liegt in ausstehenden Mehrwertsteuererstattungen der Ukraine. Es geht um 74 Millionen Dollar. Eine Lösung würde die Finanzlage deutlich entspannen.

Der Eisenerzpreis hilft nur begrenzt. Mitte Mai lag er bei rund 111 Dollar je Tonne. Auf Monats- und Jahressicht steht der Rohstoff höher, doch Ferrexpo braucht vor allem Strom, Logistik und Kapital.

In den nächsten Tagen zählen daher konkrete Signale aus zwei Richtungen: Fortschritte bei Gesprächen zwischen Russland und der Ukraine sowie ein klarer Zeitplan für die geplante Finanzierung. Ohne Kapital bleibt die Liquiditätsgrenze Ende August der harte Fixpunkt.

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Ferrexpo Aktie

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Sektor Grundlegende Materialien
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Marktkapitalisierung 168,16 Mio. EUR
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