Ferrexpo Aktie: Verlust steigt auf 224 Millionen Dollar

Ferrexpo verzeichnet 2025 einen Verlust von 224 Millionen US-Dollar. Eine Kapitalmaßnahme soll die finanzielle Lage des Eisenerzproduzenten stabilisieren.

Andreas Sommer ·
Dramatische Aufnahme eines industriellen Tagebaus bei Dämmerung, die die angespannte Stimmung im Rohstoffsektor symbolisiert. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Jahresverlust steigt auf 224 Millionen Dollar
  • Umsatz sinkt um 16 Prozent
  • Kapitalmaßnahme bringt rund 100 Millionen Dollar
  • Steuerforderung über 788 Millionen Dollar bleibt offen

Ferrexpo hat für das Geschäftsjahr 2025 einen Verlust von 224 Millionen US-Dollar ausgewiesen — mehr als das Vierfache des Vorjahresverlusts von 50 Millionen US-Dollar.

Der Umsatz des ukrainischen Eisenerzproduzenten sank um 16 Prozent auf 787 Millionen US-Dollar, nachdem im Vorjahr noch 933 Millionen US-Dollar in den Büchern standen. Das Zahlenwerk, das am Donnerstag veröffentlicht wurde, offenbart das Ausmaß der Belastungen, mit denen das Unternehmen seit Kriegsbeginn kämpft.

Impairment und einbrechende Marge

Ein nicht zahlungswirksamer Wertminderungsverlust von 154 Millionen US-Dollar auf langfristige operative Vermögenswerte trug wesentlich zum Verlustausweis bei. Das bereinigte EBITDA brach um 60 Prozent auf 28 Millionen US-Dollar ein, verglichen mit 69 Millionen US-Dollar im Vorjahr.

Die operative Marge schrumpfte damit von 7 auf 3 Prozent — ein Wert, der die strukturelle Schwäche des Geschäfts unterstreicht, nachdem die Produktion bereits vor rund einem Monat um 54 Prozent eingebrochen war.

Verschärfend kam hinzu, dass ukrainische Steuerbehörden im Jahr 2025 rund 61 Millionen US-Dollar an Mehrwertsteuer-Rückerstattungen einbehielten. Diese Belastung des Working Capital zwang Ferrexpo dazu, die Auslastung seiner Pelletlinien von anfänglich 50 Prozent auf 25 Prozent zu drosseln.

Die Nettokassenposition schmolz binnen eines Jahres von 101 Millionen auf 47 Millionen US-Dollar. Immerhin: Zinstragende Kredite existieren praktisch nicht, abgesehen von 11 Millionen US-Dollar an Leasingverbindlichkeiten.

Kapitalerhöhung als Rettungsanker

Vor diesem Hintergrund gewinnt die kürzlich abgeschlossene Kapitalerhöhung an Bedeutung. Ferrexpo hat rund 100 Millionen US-Dollar durch die Platzierung neuer Aktien zu je 16,5 Pence eingesammelt.

Der ukrainische Geschäftsmann Andriy Verevskyi beteiligte sich mit einer Kernzusage von 50 Millionen US-Dollar und hält künftig 224,4 Millionen neue Aktien. Der Großaktionär Fevamotinico, kontrolliert vom gesuchten Oligarchen Kostyantyn Zhevago, zeichnete mit knapp 30 Millionen US-Dollar die zweitgrößte Position.

Die neuen Aktien entsprechen etwa 73,1 Prozent des bisherigen ausgegebenen Grundkapitals — eine massive Verwässerung für Bestandsaktionäre, die jedoch als Preis für das Überleben des Unternehmens gilt.

Der Handel an der Londoner Börse soll am 7. September wieder aufgenommen werden, die Zulassung der neuen Aktien ist für den 22. September vorgesehen. Voraussetzung bleibt die Zustimmung der Aktionäre auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 21. September.

Offene Rechtsrisiken bleiben bestehen

Parallel zur finanziellen Konsolidierung lastet weiterhin die Steuerforderung in Höhe von umgerechnet 788 Millionen US-Dollar gegen die Tochtergesellschaft Poltava Mining auf dem Unternehmen. Ferrexpo bestreitet die Rechtmäßigkeit dieser Forderung und verweist auf Schiedssprüche, die Strafzahlungen für einen Großteil der betroffenen Exportverträge ausschließen sollen.

Der Jahresbericht 2025 soll den Aktionären ab dem 10. September zugestellt werden — ein Dokument, das angesichts der aufgelaufenen Risiken und der bevorstehenden Kapitalmaßnahme besondere Aufmerksamkeit verdient.

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Ferrexpo Aktie

0,39 USD

KGV
KUV 0,28
Sektor Grundlegende Materialien
Div.-Rendite
Marktkapitalisierung
Ø Kursziel 0,88 USD
ISIN: GB00B1XH2C03 WKN: A0MRG2

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