Ferrexpo Aktie: Zahlungsunfähigkeit droht bis August 2026

Ferrexpo droht mangels Finanzierung bis August 2026 die Zahlungsunfähigkeit. Eine Kapitalerhöhung über 100 Millionen Dollar soll die Rettung bringen.

Redaktion Stock-World ·
Ferrexpo Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Aktienhandel in London weiterhin ausgesetzt
  • Kapitalbedarf von mindestens 100 Millionen Dollar
  • Produktion bricht um 72 Prozent ein
  • Insolvenzverfahren für Hauptförderanlage eröffnet

Die Hauptversammlung von Ferrexpo am 21. Mai brachte keine Erlösung. Der Handel mit den Papieren des Eisenerzproduzenten bleibt an der Londoner Börse ausgesetzt. Aktionäre sind eingesperrt, während dem Unternehmen zusehends das Geld ausgeht. Ohne eine rettende Kapitalspritze droht bereits im Spätsommer die Zahlungsunfähigkeit.

Der Vorstand sieht aktuell nur einen Ausweg: Eine Kapitalerhöhung um mindestens 100 Millionen US-Dollar. Nur so lässt sich der kurzfristige Betrieb für die kommenden 18 Monate sichern. Zwar brachte der Verkauf des Transportschiffs Iron Destiny kürzlich 7,7 Millionen Dollar ein. Das verschafft Ferrexpo rund zwei Monate mehr Luft.

Die grundlegende Finanzierungslücke schließt dieser Notverkauf allerdings nicht. Ohne frisches Kapital reichen die liquiden Mittel nur noch bis etwa Ende August 2026.

Blockierte Rettung

Die Suche nach Geldgebern gestaltet sich extrem schwierig. Banken verweigern dem Konzern neue Kreditlinien. Sie verweisen auf strenge Geldwäsche-Vorgaben und Compliance-Risiken im Zusammenhang mit dem ukrainischen Großaktionär Kostyantin Zhevago.

Parallel dazu bremst die Eigentümerstruktur eine Aktienausgabe. Die Holding Fevamotinico Sarl kontrolliert knapp die Hälfte der Anteile. Bereits auf der Hauptversammlung 2025 ließ der Großaktionär Beschlüsse zur Kapitalbeschaffung durchfallen, um eine Verwässerung seiner Stimmrechte zu verhindern. Auch auf dem jüngsten Aktionärstreffen gab es keinen Durchbruch.

Einbruch der Produktion

Abseits der Finanzierungsfragen kämpft Ferrexpo mit massiven operativen Problemen. Russische Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur zwangen das Unternehmen im ersten Quartal zu weitreichenden Stilllegungen. Die Eisenerzproduktion brach im Jahresvergleich um 72 Prozent auf rund 593.000 Tonnen ein. Aktuell läuft nur noch eine einzige Pellet-Linie.

Hinzu kommen juristische und bürokratische Hürden. Die ukrainischen Steuerbehörden halten Mehrwertsteuer-Rückerstattungen in Höhe von gut 90 Millionen Dollar zurück. Ein Gericht in Poltawa eröffnete obendrein Ende Februar ein Insolvenzverfahren für die wichtigste Förderanlage des Konzerns.

Der nächste formelle Meilenstein sind die Halbjahreszahlen im August 2026. Bis dahin muss das Management einen tragfähigen Restrukturierungsplan vorlegen. Solange die Finanzierung nicht gesichert ist, verweigern die Wirtschaftsprüfer dem Jahresbericht 2025 die Freigabe. Ohne diesen Bericht bleibt die Aktie vom Handel ausgeschlossen — und Aktionäre sitzen auf unbestimmte Zeit in ihren Positionen fest.

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Ferrexpo Aktie

0,37 EUR

– 0,02 EUR -5,14 %
KGV —
KUV 0,98
Sektor Grundlegende Materialien
Div.-Rendite —
Marktkapitalisierung 334,21 Mio. GBP
Ø Kursziel 0,88 USD
ISIN: GB00B1XH2C03 WKN: A0MRG2

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