Ferrexpo: Handelsstopp droht ab 1. Mai

Dem ukrainischen Erzproduzenten droht ab Mai die Handelsaussetzung in London. Blockierte Steuerrückzahlungen und eine unsichere Kapitalerhöhung verschärfen die Finanznot.

Redaktion Stock-World ·
Ferrexpo Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Handelsstopp ab 1. Mai droht
  • Kapitalerhöhung über 100 Millionen Dollar nötig
  • Großaktionär zögert mit Unterstützung
  • Steuerstreit blockiert Millionenrückzahlungen

Bis Ende August könnte Ferrexpo das Geld ausgehen. Der ukrainische Eisenerzproduzent kämpft gleichzeitig gegen eine blockierte Kapitalerhöhung, eingefrorene Vermögenswerte und einen Steuerstreit, der die Liquiditätskrise direkt befeuert. Die Aktie verlor nach der jüngsten Warnung 13 Prozent.

Frist läuft bis Ende April

Gelingt die Kapitalerhöhung nicht rechtzeitig, setzt die Londoner Börse den Handel mit Ferrexpo-Aktien zum 1. Mai 2026 um 7:30 Uhr britischer Zeit aus. Eine Wiederaufnahme hängt dann vom Abschluss der Jahresprüfung und der Veröffentlichung des Geschäftsberichts 2025 ab. Wann das geschehen könnte — oder ob überhaupt — lässt das Unternehmen offen.

Das Ziel: mindestens 100 Millionen US-Dollar frisches Kapital, um den Betrieb auf reduziertem Niveau für die nächsten 18 Monate zu sichern. Geplant ist eine Platzierung neuer Aktien bei institutionellen Investoren. Vorstand und Aktionäre müssen noch zustimmen.

Größter Aktionär zögert

Der Schlüssel liegt bei Fevamotinico. Der Ankeraktionär hält rund 49 Prozent der Anteile und prüft noch, ob er an der Kapitalerhöhung teilnimmt. Die Gespräche laufen, ein Ergebnis steht aus. Ohne seine Unterstützung dürfte die Platzierung kaum gelingen.

Konventionelle Fremdfinanzierung scheidet derweil aus. Banken und andere Geldgeber verweigern Ferrexpo Kredite — wegen Sanktionsbedenken rund um Großaktionär Kostyantin Zhevago sowie wegen Auflagen zu Geldwäscheprävention und Kundenidentifikation. Hinzu kommen Pfändungsbeschlüsse über wesentliche Konzernvermögen, darunter Beteiligungen an der Ferrexpo AG und ukrainischen Tochtergesellschaften.

Blockierte Steuerrückerstattungen verschärfen die Lage

Ein weiterer Liquiditätsentzug kommt vom ukrainischen Fiskus. Von 78,9 Millionen US-Dollar an beantragten Mehrwertsteuererstattungen verweigerten die Behörden 69,4 Millionen — mit Verweis auf die Verbindung des Konzerns zu Zhevago, gegen den die Ukraine persönliche Sanktionen verhängt hat. Der ausstehende Netto-Mehrwertsteueranspruch beläuft sich auf 90,3 Millionen US-Dollar.

Diese blockierten Forderungen übersteigen die aktuell verfügbaren Barmittel deutlich. Sie sind ein zentraler Treiber der Krise.

Betrieb auf einem Viertel der Vorkriegskapazität

Die Kassenreserven sind seit Ende 2024 von über 100 Millionen US-Dollar stark gesunken. Der Erlös aus dem Verkauf des Schiffes „Iron Destiny“ soll die Liquidität kurzfristig stützen — reicht aber nur bis etwa Ende August 2026. Diese Schätzung setzt stabile Eisenerzpreise, gleichbleibende Betriebskosten und keine weiteren Einschränkungen durch den Insolvenzverwalter bei Ferrexpo Poltava Mining voraus.

Ohne erfolgreiche Kapitalerhöhung kann Ferrexpo den Jahresabschluss 2025 nicht als fortführungsfähiges Unternehmen aufstellen. Das würde die Handelsaussetzung verlängern — und eine Rückkehr an die Börse zusätzlich erschweren.

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Ferrexpo Aktie

0,34 EUR

– 0,00 EUR -0,53 %
KGV
KUV 0,74
Sektor Grundlegende Materialien
Div.-Rendite
Marktkapitalisierung 163,93 Mio. GBP
Ø Kursziel 0,88 USD
ISIN: GB00B1XH2C03 WKN: A0MRG2

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