First Majestic Silver Aktie: Der Gewinn hat kräftig zugelegt
Der Nettogewinn legte zu, während Umsatzschätzung, Fördermengen und freier Cashflow hinter den Vergleichswerten zurückblieben.

Kurz zusammengefasst
- Umsatz steigt um 38 Prozent
- Nettogewinn erreicht 74,5 Millionen US-Dollar
- Silberförderung sinkt um elf Prozent
- AISC-Kosten steigen um 46 Prozent
First Majestic Silver hat heute für das dritte Quartal 2026 deutlich höhere Umsätze und Gewinne gemeldet. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um 38% auf 394,1 Mio. US-Dollar. Das Bild bleibt allerdings gemischt: Die Förderung sank, die Kosten je Silberäquivalent-Unze legten kräftig zu und der freie Cashflow ging zurück.
Damit liefern die ungeprüften Quartalszahlen zwei unterschiedliche Signale. Die Ergebnisentwicklung fällt deutlich besser aus als die Produktionsentwicklung. Eine operative Entwarnung lässt sich aus dem Gewinnanstieg allein deshalb nicht ableiten.
Gewinn wächst, Umsatz verfehlt Erwartung
Der Nettogewinn erreichte 74,5 Mio. US-Dollar. Je Aktie verdiente First Majestic 0,15 US-Dollar, auf bereinigter Basis waren es 0,19 US-Dollar. Sowohl das ausgewiesene als auch das bereinigte Ergebnis je Aktie lagen damit über dem jeweiligen Vorjahreswert.
Beim Vergleich mit den Erwartungen kommt es auf die Ergebnisdefinition an. Anleger sollten das ausgewiesene Ergebnis nicht mit dem bereinigten Gewinn gleichsetzen. Ebenso wenig bedeutet ein kräftiger Umsatzanstieg automatisch, dass die Markterwartungen erfüllt wurden.
Reuters hatte gestern eine Umsatzschätzung von 423 Mio. US-Dollar genannt. Diese Marke erreichte First Majestic nicht. Das EBITDA stieg dagegen gegenüber dem Vorjahresquartal um 78% auf 228,8 Mio. US-Dollar.
Die höhere Ertragskraft ist damit klar sichtbar. Sie steht jedoch neben einem Umsatz, der hinter der vor Veröffentlichung genannten Erwartung zurückblieb. Für die Einordnung des Berichts sind deshalb nicht nur die Wachstumsraten entscheidend, sondern auch die Entwicklung von Kosten und Mittelzuflüssen.
Weniger Förderung und höhere Kosten
First Majestic produzierte 3.440.447 Unzen Silber, ein Rückgang um 11% gegenüber dem Vorjahresquartal. Die Goldproduktion sank zugleich um 17%. Damit blieb die Schwäche nicht auf eines der beiden geförderten Edelmetalle beschränkt.
Auch auf der Kostenseite verschlechterte sich das Bild. Die rückläufigen Fördermengen stehen einem höheren Kostenwert je Silberäquivalent-Unze gegenüber. Der Gewinnsprung darf daher nicht mit einer Verbesserung sämtlicher betrieblicher Kennzahlen verwechselt werden.
Die als AISC ausgewiesenen Kosten erreichten 30,45 US-Dollar je Silberäquivalent-Unze und lagen damit 46% über dem Vorjahr. Der freie Cashflow belief sich auf 85,5 Mio. US-Dollar.
Gerade der freie Cashflow begrenzt die positive Lesart des Berichts: Er ging gegenüber dem Vorjahresquartal zurück, obwohl Umsatz und EBITDA deutlich zunahmen. Höhere Ergebniskennzahlen führten somit nicht zugleich zu einem höheren freien Mittelzufluss.
Höhere Dividende mit Liquiditätsvorbehalt
First Majestic meldete eine Quartalsdividende von 0,0142 US-Dollar je Aktie, ein Plus von 176% gegenüber dem Vorjahr. Der unter „Treasury“ ausgewiesene Bestand erreichte zum Quartalsende 1,23 Mrd. US-Dollar.
Dieser Bestand ist allerdings nicht vollständig frei verfügbar. Ein Teil entfällt auf eingeschränkte Barmittel. Für Anleger ist diese Unterscheidung wesentlich, wenn sie den finanziellen Spielraum des Unternehmens beurteilen.
Die Quartalsbilanz spricht damit für eine deutlich verbesserte Ertragslage, aber nicht für eine durchgehend stärkere operative Entwicklung. Die höhere Dividende ist ein positives Signal für Aktionäre. Ob sich der Gewinnanstieg nachhaltiger in freien Mitteln niederschlägt, hängt insbesondere von der weiteren Förder- und Kostenentwicklung ab.
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