Frankreichs Unruhen belasten Europas Aktienmärkte

Der STOXX 600 und der CAC 40 gaben angesichts politischer Unsicherheit in Frankreich nach; Industrie- und Technologiewerte führten die Verluste an.

Felix Baarz ·
KI-generiertes Symbolbild
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • STOXX 600 verlor am Dienstag 0,51 Prozent
  • CAC 40 sank um 0,41 Prozent
  • ABB-Aktie trotz hoher Quartalsaufträge schwächer
  • OVHcloud stieg nach positivem Cashflow

Gewaltsame Proteste und politische Unsicherheit in Frankreich dämpfen die Risikobereitschaft der Anleger in ganz Europa. Der pan-europäische STOXX 600 fiel am Dienstag um 0,51 Prozent auf 636,32 Punkte, nachdem das Barometer bereits am Vortag um 0,8 Prozent nachgegeben hatte.

Ausgangssperren in Teilen von Großstädten wie Paris, Lille und Nizza verdeutlichen die angespannte Lage. Die Unruhen treffen ein Land mit schwachem Wirtschaftswachstum und hoher Staatsverschuldung, während in sechs Monaten Präsidentschaftswahlen anstehen. Marktbeobachter verweisen auf die Unklarheit über den künftigen politischen Kurs, was das Vertrauen in europäische Werte belastet.

Vor einer anstehenden Abstimmung über den Haushaltsentwurf gaben die Renditen französischer Staatsanleihen leicht nach, nachdem sie am Vortag den stärksten Tagesanstieg seit fast einem Monat verzeichnet hatten. Der Pariser Leitindex CAC 40 verlor derweil 0,41 Prozent.

Kursverluste bei Industrie und Technologie

Auf Branchenebene führten vor allem Industrie- und Technologietitel die Abwärtsbewegung an. Die Aktie des Schweizer Industriekonzerns ABB verbilligte sich um 5,3 Prozent, obwohl das Unternehmen ein Rekordvolumen bei den Quartalsaufträgen auswies. Der französische Elektrotechnikkonzern Schneider Electric verlor 2,1 Prozent nach einer Platzierung neuer Aktien über 6 Milliarden Euro bei institutionellen Investoren.

Demgegenüber verbuchte der Elektronikausrüster Comet Holding ein Plus von 4,1 Prozent, gestützt auf die Nachfrage im Bereich der Rechenzentren. Die Papiere des Cloud-Anbieters OVHcloud stiegen nach dem Erreichen eines positiven freien Cashflows um 7,9 Prozent.

Im Blick bleibt auch die Zinspolitik im Euroraum. An den Geldmärkten wird für die Notenbanksitzung im Oktober mit unveränderten Leitzinsen gerechnet, während Händler die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung im Dezember auf 87 Prozent beziffern.

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