Freddie Mac Aktie: 7,38-Prozent-Einbruch auf 5,52 Euro
Freddie Macs Hypothekenportfolio wächst nur noch schwach, während die Zinslücke auf ein Rekordniveau steigt.

Kurz zusammengefasst
- Portfolio-Wachstum fällt auf 0,9 Prozent
- Duration Gap erreicht 14 Monate
- Zinsschock könnte Milliardenverlust bringen
- Aktie bricht um 7,38 Prozent ein
Die Nachricht schlug am Freitag ein wie eine Bombe. Freddie Mac meldet für Mai einen deutlichen Dämpfer beim Portfolio-Wachstum – und einen Wert, den Anleger seit fast zwei Jahrzehnten nicht mehr gesehen haben.
Das annualisierte Wachstum des Hypothekenportfolios sackte auf 0,9 Prozent ab. Im April waren es noch 1,4 Prozent, im März sogar 2,1 Prozent. Derzeit verwaltet der staatlich gestützte Immobilienfinanzierer ein Gesamtvolumen von 3,69 Billionen Dollar. Höhere Kreditkosten bremsen den Markt spürbar.
Gefährliche Lücke
Der eigentliche Alarm schlägt jedoch ein anderer Wert: Die Duration Gap – die Fristenlücke zwischen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten – weitete sich auf 14 Monate aus. Ein Niveau, das an die frühen 2000er Jahre erinnert.
Die Folge: Freddie Mac reagiert extrem empfindlich auf Zinsschwankungen. Steigen die Sätze nur um einen halben Prozentpunkt, schmilzt der Portfoliowert um mehr als 1,6 Milliarden Dollar. Kein Wunder, dass Anleger nervös werden.
Die Federal Reserve hält die Leitzinsen derzeit zwischen 3,5 und 3,75 Prozent. Schnelle Lockerungen sind nicht in Sicht. Das CME FedWatch-Tool zeigt: Die erste Zinssenkung kommt frühestens im Dezember 2026. Einige Fed-Mitglieder spekulieren sogar auf eine weitere Erhöhung.
Heißer Sommer am Immobilienmarkt
Die Inflation bleibt hartnäckig. Die PCE-Rate lag im Mai bei 4,1 Prozent – weit über dem Ziel der Notenbank. Hypothekenzinsen ziehen wieder an. Für die Woche bis zum 25. Juni stieg der 30-jährige Festzins auf 6,49 Prozent.
Freddie Mac und Fannie Mae versuchen zwar gegenzusteuern. Sie weiten ihre Bestände aus, um den Markt für hypothekenbesicherte Wertpapiere zu entlasten. Doch die Fed baut parallel ihr Bilanzvolumen ab – und treibt die Zinsen damit weiter nach oben.
Die Aktie reagierte am Freitag mit einem Kurseinbruch von 7,38 Prozent auf 5,52 Euro. Der RSI liegt mit 53,1 Punkten noch im neutralen Bereich. Die annualisierte Volatilität von knapp 72 Prozent zeigt aber: Die Unsicherheit ist enorm.
Das Hoch vom September 2025 bei 12,10 Euro bleibt in weiter Ferne. Mehr als 54 Prozent trennen den Kurs davon. Ohne eine grundlegende Wende in der Zinspolitik dürfte sich daran so schnell nichts ändern.
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