Fujikura Aktie: 1,88 Milliarden Dollar für US-Expansion
Fujikura übersteht Patentverlust und Kursrutsch, CEO bekräftigt Jahresziele. Der Konzern verkauft China-Anteil und fokussiert sich auf den US-Markt.

Kurz zusammengefasst
- Wöchentliches Kursplus von 1,73 Prozent
- Zentrales Patent vom Europäischen Patentamt aufgehoben
- CEO Okada bekräftigt optimistische Jahresprognose
- Verkauf des China-Joint-Ventures für 12 Milliarden Yen
Erst der Absturz, dann die Kehrtwende: Fujikura hat eine der turbulentesten Handelswochen des Jahres hinter sich. Am Ende steht ein Kursplus von 1,73 Prozent auf 28,28 Euro am Freitag. Auf Monatssicht bleibt sogar ein Gewinn von 26,79 Prozent, trotz eines Rückgangs von 2,88 Prozent innerhalb der vergangenen sieben Handelstage.
Absturz zum Wochenstart
Die Woche begann mit Druck. Fujikuras Aktie war bereits im freien Fall, nachdem sie seit ihrem Hoch von 7.068 Yen am 23. Juni rund 30 Prozent verloren hatte. Dann kam der nächste Schlag: Das Technical Board of Appeal des Europäischen Patentamts hob ein zentrales Fujikura-Patent vollständig auf. Damit endete sofort eine Patentklage gegen den Konkurrenten Sterlite Technologies in Großbritannien.
Die Talfahrt beschleunigte sich Anfang Juli weiter. Dabei investiert Fujikura bis zu 1,88 Milliarden Dollar in neue Produktionslinien für Glasfaserkabel. Neue Werke in Sakura, Japan, und den USA sollen die Produktion verdreifachen. Der breite Tech-Ausverkauf überlagerte diese positive Investitionsgeschichte trotzdem. Binnen sieben Handelstagen verlor die Aktie 14,47 Prozent — mehr als 40 Prozent unter ihrem Mai-Hoch.
CEO beruhigt die Anleger
Als der Kurs seinen Tiefpunkt erreichte, schaltete sich CEO Naoki Okada ein. Er bekräftigte, die Jahresziele würden „nicht verfehlt“. Fujikura erhalte weiterhin Aufträge von fast jedem US-Hyperscaler für seine Glasfaserkabel.
Die Lieferkapazität sei so knapp, dass manche Kunden höhere Preise akzeptieren, sagte Okada. Die konservativen Prognosen des Unternehmens berücksichtigten bereits die schlechtesten Szenarien.
Die Botschaft wirkte. Fujikura beendete eine viertägige Verlustserie und stieg um 4,9 Prozent auf 5.059 Yen in Tokio. Der Nikkei 225 legte parallel um 1.361 Punkte zu, getragen von Halbleiter- und Rechenzentrumswerten. Zuvor war die Aktie in der ersten Juliwoche um 12,9 Prozent gefallen und hatte bei 4.824 Yen ein Tief markiert.
China-Rückzug, US-Fokus
Der wichtigste Schritt der Woche betraf die Unternehmensstrategie. Fujikura verkauft seinen kompletten 60-Prozent-Anteil am Gemeinschaftsunternehmen Fujikura FiberHome Opto-Electronics Material Technology. Käufer ist der langjährige Partner FiberHome Telecommunication Technologies.
Der am 10. Juli 2026 verkündete Deal hat ein Volumen von rund 500 Millionen Renminbi, umgerechnet etwa 12 Milliarden Yen. Der Abschluss wird bis September erwartet. Damit endet eine 2009 geschlossene Partnerschaft — ein klarer Bruch, der Fujikuras strategische Neuausrichtung unterstreicht. Kapital und Aufmerksamkeit fließen künftig verstärkt in die USA, wo Hyperscaler den Ausbau von KI-Rechenzentren vorantreiben.
Der Rückzug aus China fällt in eine Phase mit Rekordzahlen. Im Geschäftsjahr bis März 2026 überschritt der Umsatz erstmals in der Firmengeschichte die Marke von einer Billion Yen. Der Nettogewinn kletterte um mehr als 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die Sparte für Information und Kommunikation lieferte allein einen operativen Gewinn von 152,7 Milliarden Yen — mehr als 80 Prozent des gesamten Konzernergebnisses. Der Vorstand erhöhte daraufhin die Dividende und führte zum 1. April 2026 einen Aktiensplit im Verhältnis 6-zu-1 durch.
Charttechnik bleibt angespannt
Der 14-Tage-RSI liegt bei 47,7 — neutrales Terrain, weder überkauft noch überverkauft. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 128,89 Prozent bleibt allerdings außergewöhnlich hoch für einen Large-Cap-Industriewert. Das zeigt, wie empfindlich die Aktie mittlerweile auf Stimmungsschwankungen rund um den KI-Infrastrukturausbau reagiert.
Bis die Zahlen zum zweiten Quartal im August vorliegen, dürfte die Aktie weiter im Takt der allgemeinen KI- und Halbleiterstimmung schwanken. Okadas Beruhigungsversuch bietet dabei einen gewissen Puffer gegen die Volatilität, die diesen Titel in diesem Jahr geprägt hat. Mit dem für September geplanten Abschluss des China-Verkaufs und der wachsenden Konzentration auf US-Faserkapazitäten dürfte sich in den kommenden Wochen zeigen, ob sich daraus eine stabile Erholung entwickelt.
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