Fujikura Aktie: 51 Prozent EPS-Steigerung bis 2027
Trotz massiv angehobener Gewinnprognosen und starkem Wachstum durch KI-Nachfrage verliert die Fujikura-Aktie in der Wochenbilanz deutlich.

Kurz zusammengefasst
- Analysten erhöhen Gewinnschätzungen deutlich
- KI-Boom treibt Nachfrage nach Glasfaserkabeln
- Aktie fällt trotz positiver Unternehmenszahlen
- Milliardeninvestition in neue Werke geplant
Fujikura liefert diese Woche ein ungewöhnliches Bild. Analysten schrauben ihre Gewinnprognosen deutlich nach oben. Die Aktie fällt trotzdem.
Am 29. Juni haben mehrere Analysten ihre Schätzungen für den japanischen Kabel- und Komponentenhersteller kräftig erhöht. Der Konsens erwartet für 2027 nun einen Umsatz von 1,5 Billionen Yen. Das wäre ein Plus von 26 Prozent gegenüber den vergangenen zwölf Monaten. Der Gewinn je Aktie soll um 51 Prozent auf 144 Yen steigen. Im Zuge dieser Anhebungen kletterte auch das durchschnittliche Kursziel um 20 Prozent auf 6.977 Yen.
Hyperscaler treiben die Nachfrage
Der Auslöser für den Optimismus liegt schon einige Tage zurück. Am 18. Juni hatte Fujikura seine Prognose für den operativen Gewinn im Geschäftsjahr 2027 kräftig angehoben. Das neue Ziel liegt bei 310 Milliarden Yen, statt zuvor 211 Milliarden Yen – ein Sprung um 47 Prozent. Für das erste Halbjahr fällt die Korrektur noch drastischer aus: Der operative Gewinn soll um 89 Prozent auf 174 Milliarden Yen steigen, statt der bisher geplanten 92 Milliarden Yen.
Das Unternehmen nennt dafür klare Gründe. Neue Aufträge von Hyperscalern für optische Komponenten im Telekom-Systemgeschäft treiben das Wachstum. Hinzu kommen bessere Verkaufspreise und ein geringerer Belastungseffekt aus dem Wasserstoffgeschäft.
Kurs bricht ein, obwohl die Zahlen stimmen
Trotz der positiven Signale aus Unternehmen und Analystenhäusern zeigt der Kurs eine andere Richtung. Am Freitag schloss die Aktie bei 29,27 Euro, ein Tagesgewinn von 4,33 Prozent. Auf Wochensicht bleibt dennoch ein Minus von 11,30 Prozent stehen.
Der Blick auf die vergangenen 30 Tage relativiert das Bild etwas: Hier steht ein Plus von 10,08 Prozent zu Buche. Der RSI liegt bei neutralen 47 Punkten, deutet also weder auf Über- noch auf Unterverkauf hin. Auffällig ist die annualisierte Volatilität von 135,03 Prozent – ein Wert, der auf massive Kursschwankungen im laufenden Handel hindeutet.
Milliardeninvestition für die KI-Zukunft
Die Wachstumsstory speist sich aus einem umfassenden Investitionsplan. Im Mai kündigte Fujikura an, bis zu 300 Milliarden Yen in Japan und den USA zu investieren. Ein Teil davon, rund 40 Milliarden Yen, fließt in ein neues Werk am Standort Sakura. Dort soll die steigende Nachfrage nach Glasfaserkabeln für Rechenzentren im Bereich generativer KI bedient werden. Der Betrieb soll im Dezember 2030 starten.
Parallel dazu gründet Fujikura eine neue US-Tochtergesellschaft, die Fujikura Optical Cable Systems LLC. Die Gründung ist für Juni 2026 geplant und soll Investitionen auf dem amerikanischen Markt erleichtern. Auf die Bilanz des laufenden Geschäftsjahres bis März 2027 wird sich das nach eigenen Angaben nur minimal auswirken.
Analysten ordnen das erwartete Wachstum von 26 Prozent bis Ende 2027 historisch ein. Es liegt deutlich über dem Fünf-Jahres-Schnitt des Unternehmens von 12 Prozent jährlich. Auch die Konkurrenz aus der Branche, die im Schnitt nur 7,3 Prozent Wachstum pro Jahr erwartet, wird damit klar übertroffen. Die Diskrepanz zwischen fundamentaler Stärke und Kursverlauf bleibt vorerst ungeklärt – möglicherweise ein Fall für Anleger, die auf eine Normalisierung der Volatilität warten.
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