Fujikura Aktie: Bodengifte auf dem Fabrik-Gelände?
Fujikura plant eine Bodensanierung für 80 Millionen Yen; der Bauzeitplan gilt als kaum beeinträchtigt, die Aktie gab nach.

Kurz zusammengefasst
- Belasteter Boden auf sechs Prozent der Fläche
- Sanierung für 80 Millionen Yen geplant
- Fabrikbau laut Unternehmen kaum verzögert
- Aktie fällt am Dienstag um 7,5 Prozent
Sanierung auf künftigem Werksgelände
Auf dem geplanten Baugelände für eine neue Produktionsstätte von Fujikura im japanischen Sakura in der Präfektur Chiba sind bei Umweltprüfungen Bodenverunreinigungen festgestellt worden.
Das Unternehmen gab am heutigen Dienstag bekannt, dass im Rahmen einer Untersuchung von rund 29.000 Quadratmetern des Areals Grenzwertüberschreitungen aufgetreten sind. Die betroffene Fläche macht rund sechs Prozent des gesamten Werksgeländes aus, das eine Gesamtgröße von etwa 470.000 Quadratmetern umfasst.
Im Zuge der Beprobung von insgesamt 245 Teilabschnitten wurden über den Vorgaben liegende Konzentrationen von Fluor und entsprechenden Verbindungen sowie von Blei festgestellt. Eine Parzelle wurde behördlich als maßnahmenbedürftiges Gebiet eingestuft.
Weitere 15 Abschnitte mit Fluornachweisen und ein Bereich mit Bleifunden erhielten den Status von meldepflichtigen Zonen bei Nutzungsänderungen. Die betroffenen Flächen sind gegenwärtig mit Beton oder Kunststoffbahnen versiegelt. Untersuchungen an tiefer gelegenen Brunnen ergaben, dass das Grundwasser unterhalb der Nachweisgrenzen liegt.
Geringe Zusatzkosten und Bauzeitplan
Zur Behebung der Altlasten plant der Konzern, den belasteten Erdboden auf sämtlichen ausgewiesenen Parzellen vollständig auszuheben und durch sauberes Erdreich zu ersetzen. Nach Angaben der Wirtschaftszeitung Nikkei belaufen sich die veranschlagten Aufwendungen für diese Sanierungsmaßnahmen auf 80 Millionen Yen. Das künftige Werk ist für die Fertigung von Glasfasern vorgesehen.
Hinsichtlich des weiteren Fortgangs des Projekts sieht Fujikura vorerst keinen größeren Zeitverzug. Die Auswirkungen auf den anvisierten Zeitplan für die Errichtung der neuen Fabrik werden nach derzeitigem Stand als geringfügig eingestuft. Trotz der raschen Eingrenzung des Schadens und des überschaubaren finanziellen Volumens der Maßnahmen reagierten Marktteilnehmer nervös.
Belastung durch Gegenwind im Technologiesektor
An den Handelsplätzen geriet das Papier am heutigen Dienstag spürbar unter Abgabedruck. Die Fujikura-Aktie gab um 7,5 Prozent nach und fiel auf 23,30 Euro. Der Titel knüpft damit an die schwächere Tendenz der vergangenen Tage an; auf Sicht von sieben Tagen summiert sich das Minus auf 19 Prozent.
Der Kursrutsch steht dabei nicht allein im Zusammenhang mit den lokalen Nachrichten aus Chiba. Der gesamte japanische Technologiesektor sah sich am Berichtstag mit Verkäufen konfrontiert.
Am Aktienmarkt in Tokio gerieten Zulieferer und Konzerne mit Bezug zur Rechenzentren- und Halbleiterindustrie unter Druck, da Anleger vor anstehenden Quartalszahlen großer internationaler Technologieunternehmen Risiken abbauten. In diesem Umfeld gehörten Titel mit Verbindung zur Netzinfrastruktur zu den Verlierern des Handelstages.
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