Fujikura Aktie: Deloitte soll PwC nach 63 Jahren ablösen
Fujikura-Aktionäre stimmen über neue Prüfer, Vergütung und Aktienprogramm ab. Analysten bleiben trotz Kursrückgang optimistisch.
Kurz zusammengefasst
- Hauptversammlung am 26. Juni 2026
- Wechsel des Wirtschaftsprüfers zu Deloitte
- Neues aktienbasiertes Vergütungssystem geplant
- Analysten sehen weiterhin Kurspotenzial
Die japanische Faseroptik-Schmiede Fujikura steht vor einem entscheidenden Tag. Am 26. Juni 2026 treffen sich die Aktionäre zur 178. ordentlichen Hauptversammlung. Auf der Tagesordnung: ein Paket tiefgreifender Governance-Änderungen.
Die Aktie notiert derweil mit 4.939 Yen (Stand 28. Mai) weit unter dem Rekordhoch von 7.933 Yen. Dieses hatte sie am 14. Mai erreicht – am Tag der Jahreszahlen. Seither gab es einen kräftigen Rücksetzer.
Drei Abstimmungen mit Sprengkraft
Erstens: Der Wechsel des Wirtschaftsprüfers. Seit 1963 prüfte PricewaterhouseCoopers Japan die Bücher. Nun soll Deloitte Touche Tohmatsu übernehmen. Das Prüfungsausschuss begründet den Schritt mit globalen Fähigkeiten und Unabhängigkeit – bei gleichbleibender Qualität.
Zweitens: Ein neues Vergütungssystem. Vorstände sollen künftig über ein aktienbasiertes Programm belohnt werden. Gedeckelt auf 500 Millionen Yen und 212.000 Aktien pro Jahr. Die Aktionäre müssen zustimmen.
Drittens: Der Vorstand verkauft eigene Aktien. 385.900 Treasury-Aktien im Wert von rund 1,81 Milliarden Yen fließen in ein Aktienprogramm für Führungskräfte. Parallel dazu erhalten auch Mitarbeiter über Nomura Securities beschränkte Aktien.
Die Maßnahmen zielen auf bessere Corporate Governance. Ob sie das Vertrauen der Anleger zurückgewinnen, ist offen.
Starke Zahlen, schwache Prognose
Das vergangene Geschäftsjahr lief operativ hervorragend: Der Umsatz stieg um 20,7 Prozent auf rund 1,18 Billionen Yen, der operative Gewinn legte um 39,2 Prozent zu, der Nettogewinn sogar um 72,5 Prozent. Rekordwerte.
Doch der Markt reagierte scharf negativ. Der Grund: Die Dreijahresprognose enttäuschte. Fujikura peilt für das im April 2028 startende Geschäftsjahr ein operatives Ergebnis von 315 Milliarden Yen an. Analysten hatten im Schnitt 455 Milliarden Yen erwartet. Die Aktie brach daraufhin um bis zu 17 Prozent ein.
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Engpässe bis 2028
Fujikura kämpft mit Produktionsengpässen. Eine Lösung sei frühestens 2029 in Sicht. Überbrückung: Das Unternehmen kauft jährlich etwa ein Fünftel der benötigten Fasern extern zu. Die begehrten 200-Mikrometer-Fasern für Rechenzentren sind bereits vertraglich gesichert.
Für die Zukunft ist ein neues Werk geplant. Investition: bis zu 40 Milliarden Yen. Der Fokus liegt auf dem US-Markt für KI-Infrastruktur. Die Produktionskapazität soll bis Ende des Jahrzehnts auf das Vierfache des Niveaus von 2022 steigen.
Die Kapitalallokation für 2027 bis 2029 ist fixiert: 620 Milliarden Yen operativer Cashflow, 530 Milliarden Yen strategische Investitionen – vor allem für den Produktionsausbau.
Analysten bleiben zuversichtlich
Trotz des Kursrutsches ist das Analystenlager nicht gekippt. Neun von neun Analysten raten zum Kauf. Das durchschnittliche Zwölfmonats-Kursziel liegt bei 5.808,9 Yen, die Spanne reicht von 3.500 bis 8.100 Yen.
Die Governance-Reformen allein verändern weder Nachfrage noch Margen. Aber sie könnten das Vertrauen in die Umsetzung des milliardenschweren Investitionsprogramms stärken.
Für Aktionäre bleibt der 26. Juni 2026 der wichtigste Termin des Jahres. Dann zeigt sich, ob das Management die Rückendeckung der Anteilseigner bekommt.
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