Fujikura Aktie: SoftBank verkauft, Jefferies revidiert
Fujikura verliert an Schwung durch SoftBank-Verkäufe und revidierte Analysten-Prognosen. Lieferkettenrisiken und gesunkene KI-Euphorie belasten die Bewertung erheblich.

Kurz zusammengefasst
- SoftBank baut Position um 299.000 Aktien ab
- Jefferies reduziert operative Gewinnerwartung deutlich
- Kurs fällt 37 Prozent unter Jahreshoch von 7.933 Yen
- Hauptversammlung im Juni mit Governance-Reformen geplant
Fujikura erlebt eine unruhige Woche. SoftBank hat sich von einem nennenswerten Teil seiner Position getrennt, Jefferies hat sein Modell grundlegend umgebaut — und die Aktie notiert weit unter ihrem Jahreshoch.
SoftBank dreht den Geldhahn zu
Am Donnerstagmorgen trat SoftBank Group als klarer Nettoverkäufer auf. Der Konzern veräußerte 513.000 Fujikura-Aktien und kaufte 214.000 zurück, was einem Nettoabbau von 299.000 Titeln entspricht. Das ist kein Zufall: Institutionelle Investoren fahren derzeit breit angelegte Gewinnmitnahmen in KI-nahen und halbleiterangrenzenden Sektoren.
Fujikura-Aktien notierten am Vortag bei rund 5.017 Yen — das sind gut 37 Prozent weniger als das 52-Wochen-Hoch von 7.933 Yen. Der Kursrückgang spiegelt eine Neubewertung wider, die sich seit Wochen aufbaut: Die Wachstumsfantasie rund um KI-Rechenzentren hat sich abgekühlt, die Bewertung bleibt mit einem KGV von 58,5 aber noch immer weit über dem japanischen Branchendurchschnitt von rund 14.
Jefferies baut Unsicherheit ins Modell ein
Am Dienstag führte Jefferies einen wahrscheinlichkeitsbasierten Ansatz in seine Fujikura-Analyse ein. Hintergrund sind anhaltende Unsicherheiten bei der Versorgung mit Glasfaser und Wasserstoff. Im Basisszenario — mit 80-prozentiger Wahrscheinlichkeit einer Normalisierung der Lieferengpässe — erwartet Jefferies ein operatives Ergebnis von 273,1 Milliarden Yen für das Geschäftsjahr bis März 2027. Das liegt zwar über der eigenen Unternehmensführung von 211 Milliarden Yen, ist aber eine Abwärtsrevision gegenüber der früheren Jefferies-Schätzung von 296,3 Milliarden Yen.
Sollte sich der Markt dem konservativeren Szenario annähern — also einer nur 20-prozentigen Normalisierungswahrscheinlichkeit, wie sie das Management als Basisfall unterstellt — würde das implizite Kursziel auf rund 4.000 Yen sinken. Die aktuelle Marktbewertung deutet darauf hin, dass Investoren derzeit von einer etwa 40-prozentigen Wahrscheinlichkeit einer rechtzeitigen Engpassauflösung ausgehen.
Hauptversammlung und neue Vergütungsstruktur
Fujikura bereitet sich auf seine 178. Hauptversammlung am 26. Juni vor. Auf der Tagesordnung stehen ein Wechsel des Abschlussprüfers sowie Änderungen am Vergütungssystem für Vorstandsmitglieder. Neu eingeführt wird ein Restricted-Stock-Plan, der Managementanreize stärker an langfristiger Kursentwicklung und Margenverbesserung ausrichten soll.
Ob die Governance-Reformen das Vertrauen institutioneller Investoren zurückgewinnen, wird sich spätestens auf der Hauptversammlung Ende Juni zeigen — dann dürfte auch klarer werden, wie das Management die Lieferkettenrisiken einschätzt.
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