Gefährliche Mischung?

Unveränderte Leitzinsen gelten als wahrscheinlich; Energiepreise, mögliche Zinsschritte und hohe KI-Ausgaben prägen den Marktausblick.

Stephan Feuerstein ·
Skyline von Finanzdistrikt bei Sonnenaufgang

Kurz zusammengefasst

  • Mehrheit erwartet stabile Leitzinsen
  • Dezember könnte Zinsschritte bringen
  • Hohe Energiepreise nähren Inflationsdruck
  • Microsoft, Alphabet und Amazon berichten

Am Mittwoch wird die US-Notenbank ihr aktuelles Sitzungsergebnis verkünden. Am Donnerstag folgt dann die Europäische Zentralbank. Aufgrund der in Europa bereits umgestellten Winterzeit wird die US-Notenbank ihren Entschluss bereits um 19 Uhr bekanntgeben. In beiden Fällen rechnet die Mehrheit der Marktteilnehmer nicht mit einer Änderung des Leitzinses. Gespannt darf man aber vor allem auch auf die Worte von EZB-Chefin Christine Lagarde sein. Vor allem mit Blick auf das aktuelle Geschehen in Frankreich dürften die Marktteilnehmer ganz genau auf die Aussagen der Französin achten.

Weiter steigende Zinsen?

Für die nächste Sitzung der FED bzw. der EZB im Dezember erwartet die Mehrheit der Marktteilnehmer allerdings eine weitere Zinsanhebung um jeweils 25 Basispunkte. Dies dürfte im Hinblick auf die nach wie vor sehr hohen Energiepreise, die auch für die steigende Inflation mitverantwortlich sind, dann keine Überraschung darstellen. Interessanter wird dann der Blick ins kommende Jahr. Bleibt die Inflation weiterhin hoch, nimmt der Druck auf die Notenbanken hinsichtlich weiterer Zinsanhebungen zu. Steigende Anleiherenditen würden dann aber auch weiteren Druck auf die Aktienmärkte darstellen. Gleichzeitig besteht die Gefahr einer nachlassenden Kaufkraft, die von hohen Zinsen begleitet wird. Dies würde die Gewinne der Unternehmen entsprechend belasten.

KI – Chance oder Gefahr?

Die Anleger stellen sich vermehrt die Frage, ob sich die bemerkenswerten Investitionen vieler Technologie-Titel wirklich lohnen. Dies geschieht auch vor dem Hintergrund, dass aktuelle Modelle nicht ohne Fehler sind und bei einigen Firmen nach anfänglicher Euphorie mittlerweile Ernüchterung einkehrt. Müssen von der KI produzierte Fehler einer menschlichen Kontrolle unterzogen werden, nimmt der Nutzen bei speziellen Produkten ab und die Abwägung zwischen Kosten und Nutzen drängt sich in den Vordergrund. Insofern könnte der bereits etwas abklingende Optimismus in den kommenden Monaten weitere Dämpfer erhalten. Diesbezüglich werden die Quartalszahlen von Microsoft und Alphabet am Mittwoch und von Amazon am Donnerstag mit besonderer Spannung erwartet!

Stephan Feuerstein
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