Gerresheimer Aktie: 1,5 Milliarden an Apax Partners

Gerresheimer veräußert Centor und PPP für 1,5 Milliarden Euro an Apax. Der Konzern strafft sein Netzwerk und investiert parallel in neue Standorte.

Redaktion Stock-World ·
Abstrakte Darstellung einer modernen pharmazeutischen Laborumgebung mit Glasfläschchen und steriler Beleuchtung. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Verkauf zweier Sparten an Apax
  • Schließung des US-Werks in Vineland
  • Neues Glaswerk in China eröffnet
  • Aktie notiert 42 Prozent unter Hoch

Der Verpackungsspezialist Gerresheimer leitet mit weitreichenden Portfoliomaßnahmen eine strategische Neuausrichtung ein. Im Zentrum steht dabei der vereinbarte Verkauf der Sparten Centor und Primary Packaging Plastics (PPP) an den Finanzinvestor Apax Partners.

Die Transaktion umfasst ein Volumen von rund 1,5 Milliarden Euro und soll in zwei Phasen vollzogen werden. Während der Abschluss für Centor bis Ende des laufenden Jahres angestrebt wird, rechnet das Unternehmen für den Bereich Primary Packaging Plastics mit einem Vollzug im ersten Halbjahr 2027.

Standortverlagerungen und Kapazitätsausbau

Parallel zum milliardenschweren Desinvestment treibt der Konzern die Straffung seines globalen Produktionsnetzwerks voran. Am vergangenen Montag wurde bekannt, dass die US-Produktionsanlage in Vineland, New Jersey, geschlossen wird.

Von dieser Maßnahme sind 139 Arbeitsplätze betroffen, die bis Ende 2027 an bestehende Standorte in Morganton (North Carolina) sowie ins mexikanische Querétaro verlagert werden sollen. Lediglich ein technisches Innovations- und Entwicklungszentrum mit etwa 15 Mitarbeitern soll am bisherigen Standort in New Jersey verbleiben.

Gleichzeitig investiert das Unternehmen in den Ausbau seiner Kapazitäten in Wachstumsmärkten. Vor knapp vier Wochen nahm Gerresheimer ein neues Glaswerk im chinesischen Zhenjiang Dagang in Betrieb. Laut Unternehmensangaben schreitet der geplante Kapazitätsausbau in den Regionen Amerika, Europa und Asien damit planmäßig voran.

Diese Schritte folgen auf eine Phase operativer Herausforderungen. Im Juni hatte der Konzern einen Nettoverlust von 318,7 Millionen Euro für das Geschäftsjahr 2025 ausgewiesen, nachdem im Vorjahr noch ein bereinigtes Nettoergebnis von 84,3 Millionen Euro erzielt worden war. Zudem wurden Bilanzkorrekturen nach IAS 8 erforderlich, die unter anderem Umsätze aus dem Jahr 2024 betrafen.

Operativer Ausblick und Marktlage

Die Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2026 sieht einen Umsatz in der unteren Hälfte der Spanne von 2,3 bis 2,4 Milliarden Euro vor. Bei der bereinigten EBITDA-Marge kalkuliert das Management mit Werten zwischen 17 und 18 Prozent.

Nachdem die Jahresprognose bereits vor über einem Monat nach unten angepasst wurde, liegt der Fokus der Anleger nun auf der operativen Umsetzung der angekündigten Verkäufe und der Stabilisierung des Cashflows, der für 2026 mit minus 50 bis minus 100 Millionen Euro erwartet wird.

An der Börse spiegelt sich die angespannte Lage der vergangenen Monate deutlich wider. Zum Handelsschluss am Freitag notierte das Papier bei 27,08 Euro. Damit liegt die Aktie rund 42 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 46,74 Euro, das im August des vergangenen Jahres markiert wurde. Das aktuelle Kursniveau befindet sich mit einem Abstand von 0,093 Prozent zudem geringfügig unter dem gleitenden Durchschnitt der vergangenen 50 Tage, der bei 27,11 Euro verläuft.

Weitere Details zur strategischen Ausrichtung und dem Stand der Deinvestitionen werden für den 1. September 2026 erwartet. Für diesen Tag hat das Unternehmen zur ordentlichen Hauptversammlung geladen, die in virtuellem Format durchgeführt werden soll. Neben der Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat dürfte dabei vor allem die Fortschritte beim Konzernumbau im Fokus der Aktionäre stehen.

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Gerresheimer Aktie

28,66 EUR

+ 1,10 EUR +3,99 %
KGV —
KUV 0,39
Sektor Gesundheitswesen
Div.-Rendite —
Marktkapitalisierung 989,92 Mio. EUR
Ø Kursziel 27,38 EUR
ISIN: DE000A0LD6E6 WKN: A0LD6E

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