Gerresheimer Aktie: Achterbahnfahrt der Gefühle?
Gerresheimer-Aktie erholt sich dank Schuldenstundung, doch der fehlende Jahresabschluss 2025 bleibt das Kernproblem. Der Juni wird richtungsweisend.

Kurz zusammengefasst
- Kursplus von 70 Prozent seit Februar
- Schuldenstundung verhindert Liquiditätsengpass
- Fehlendes Testat blockiert institutionelle Käufer
- Entscheidung über geprüften Jahresabschluss im Juni
Vom Tief bei 15,57 Euro im Februar bis auf aktuell 26,88 Euro — Gerresheimer hat in drei Monaten mehr als 70 Prozent zugelegt. Das klingt nach Comeback. Es ist vor allem eine Wette auf einen einzigen Termin im Juni.
Was den Kurs antreibt
Der Sprung ist beachtlich. Auf Sicht von 30 Tagen liegt das Plus bei rund 51 Prozent, der Abstand zum 52-Wochen-Hoch beträgt allerdings noch immer fast 58 Prozent. Wer im Mai letzten Jahres bei 64,40 Euro einstieg, sitzt tief im Minus.
Der eigentliche Grund für die Erholung ist nicht operativer Natur. Gerresheimer hat eine Stundung von 870 Millionen Euro an Schuldscheindarlehen bis September 2026 vereinbart. Kreditgeber haben Leverage-Covenants vorübergehend ausgesetzt. Das verhindert einen unmittelbaren Liquiditätsengpass — mehr nicht.
Der Juni-Test
Das Kernproblem bleibt ungelöst: Gerresheimer hat den testierten Jahresabschluss 2025 noch immer nicht vorgelegt. Eine zweite externe Wirtschaftsprüfungsgesellschaft untersucht Geschäftsvorgänge aus 2024 und 2025. Das kostet Zeit. Angestrebt wird eine Veröffentlichung im Juni 2026.
Solange das Testat fehlt, können institutionelle Anleger die Aktie nicht kaufen. Das erklärt auch den SDAX-Abstieg. Erst mit dem geprüften Abschluss haben Fondsmanager eine belastbare Grundlage.
Im gleichen Zug will Gerresheimer die Quartalsmitteilung für Q1 2026 vorlegen. Die Hauptversammlung ist verschoben, ein neuer Termin steht noch nicht fest. Der Halbjahresbericht ist für den 14. Juli terminiert.
Belastungen in der Bilanz
Für 2025 erwartet Gerresheimer nicht-zahlungswirksame Wertminderungen von 220 bis 240 Millionen Euro. Betroffen sind Projekte der Sensile Medical AG sowie Vermögenswerte des Glaswerks in Chicago Heights. Dieses Werk schließt Gerresheimer zum 30. September — 172 Mitarbeiter verlieren ihre Stellen, die Produktion wandert nach Italien und Indien.
Trotz allem hält das Management an der Jahresprognose fest: 2,3 bis 2,4 Milliarden Euro Umsatz, eine bereinigte EBITDA-Marge von 18 bis 19 Prozent und ein moderat positiver Free Cashflow. Die Prognose steht allerdings unter dem Vorbehalt eines positiven BaFin-Ergebnisses.
Das uneingeschränkte Testat im Juni wird zum ersten echten Vertrauenstest. Gelingt es, fällt die wichtigste Hürde für eine Rückkehr institutioneller Investoren.
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