Gerresheimer Aktie: APAS ermittelt gegen KPMG
Trotz jüngster Kursgewinne belastet der Bilanzskandal um KPMG die Gerresheimer-Aktie. Der Konzernumbau läuft, die Prognose bleibt bestehen.
Kurz zusammengefasst
- APAS leitet Verfahren gegen KPMG ein
- Umsatzrealisierung 2024 im Fokus
- Konzernumbau mit Centor-Verkauf
- Insider kaufen trotz hoher Short-Quote
Nach einem Kursanstieg von rund 45 Prozent allein im vergangenen Monat verliert die Gerresheimer-Aktie wieder an Boden. Am Donnerstag fällt das Papier auf 25,44 Euro — ein weiteres Minus von vier Prozent nach dem Rücksetzer vom Vortag. Wer die Erholung als Trendwende deutet, muss die Ausgangslage kennen: Vom 52-Wochen-Hoch bei 64,40 Euro ist die Aktie noch immer rund 60 Prozent entfernt.
APAS ermittelt gegen KPMG
Der Kern des Problems ist juristischer Natur. Die Abschlussprüferaufsichtsstelle APAS hat ein berufsrechtliches Verfahren gegen KPMG eingeleitet. Der Vorwurf: Die Prüfer sollen den Jahresabschluss 2024 trotz systematischer Fehler bei der Umsatzrealisierung nach IFRS uneingeschränkt testiert haben. Im Streit stehen unter anderem sogenannte Bill-and-Hold-Geschäfte über 35 Millionen Euro. Die BaFin hatte ihre Prüfung bereits im März ausgeweitet, nachdem sie im September 2025 eine Anlassprüfung eingeleitet hatte.
Der nächste harte Termin ist der testate Jahresabschluss im Juni — er muss zeigen, ob die Bilanzaufarbeitung abgeschlossen werden kann. Erst danach will Gerresheimer einen neuen Termin für die verschobene Hauptversammlung nennen.
Umbau läuft, Prognose steht
Parallel zum Bilanzstreit treibt das Unternehmen seinen Konzernumbau voran. Der Verkauf der US-Tochter Centor, spezialisiert auf Verpackungssysteme für verschreibungspflichtige Medikamente, ist eingeleitet — Morgan Stanley begleitet die Transaktion. Das Glaswerk in Chicago Heights soll zum Ende des Geschäftsjahres 2026 geschlossen werden.
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An der operativen Prognose hält das Management fest: Für 2026 werden Umsätze von 2,3 bis 2,4 Milliarden Euro, eine bereinigte EBITDA-Marge von 18 bis 19 Prozent und ein moderat positiver Free Cashflow erwartet. Schuldschein-Inhaber stimmten mit 96 Prozent des Gesamtvolumens einer Fristverlängerung bis Ende September zu; Banken setzten wesentliche Kreditbedingungen zum Verschuldungsgrad bis einschließlich Q3 aus.
Shorts hoch, Insider kaufen
Das Stimmungsbild bleibt gespalten. Rund elf Prozent der meldepflichtigen Aktien sind leerverkauft — ein Wert, der signalisiert, dass ein erheblicher Teil der Marktteilnehmer der Erholung skeptisch gegenübersteht. Erste Hedgefonds haben ihre Short-Positionen zuletzt reduziert; solches Covering hatte die Kurserholung der vergangenen Wochen mitbefeuert.
Auf der Gegenseite haben Führungskräfte und Großaktionäre zuletzt Aktien im Wert von knapp 9,7 Millionen Euro erworben. Der Halbjahresbericht am 14. Juli 2026 wird zeigen, ob das operative Geschäft die Prognose trägt — und damit, ob das Insider-Vertrauen gerechtfertigt war.
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