Gerresheimer Aktie: BaFin prüft 676 Millionen Geschäftswerte
Finanzaufsicht untersucht weitere Bilanzposten bei Gerresheimer. DSW bereitet Klagen gegen Ex-Vorstände vor. Gläubiger gewähren Aufschub.

Kurz zusammengefasst
- BaFin prüft zusätzliche Bilanzpositionen
- DSW plant rechtliche Schritte gegen Ex-Management
- Gläubiger verlängern Rückzahlungsfrist bis September
- Verkauf der US-Tochter Centor geplant
Die Krise beim Spezialverpackungshersteller Gerresheimer spitzt sich zu. Die BaFin nimmt weitere Bilanzposten unter die Lupe. Parallel dazu bringt sich der Aktionärsschutzverband DSW für rechtliche Schritte gegen das ehemalige Management in Stellung. Das setzt die Aktie weiter unter Druck.
Ermittlungen gegen Ex-Vorstände
Die Finanzaufsicht BaFin untersucht aktuell weitere Teile der Unternehmensbilanz. Indes bereitet die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) juristische Schritte vor. Im Fadenkreuz stehen Ex-CEO Dietmar Siemssen und Ex-CFO Bernd Metzner. Konkret geht es um verbuchte Geschäftswerte in Höhe von 676 Millionen Euro.
Ein Ende der Unsicherheit ist nicht in Sicht. Der Jahresabschluss für 2025 fehlt weiterhin. Eigentlich wollte der Konzern die Zahlen im Juni vorlegen. Bislang herrscht hierzu jedoch Funkstille.
Gläubiger gewähren Aufschub
Eine dringend nötige Atempause verschaffen die Kreditgeber. Inhaber von Schuldscheinen über rund 870 Millionen Euro haben die Rückzahlungsfrist verlängert. Das Management hat nun bis Ende September 2026 Zeit.
Um frisches Kapital zu beschaffen, plant Gerresheimer einen Verkauf. Die US-Tochter Centor Inc. soll noch in diesem Jahr den Besitzer wechseln. Das Ziel: dringend benötigte Liquidität.
Großinvestoren stocken auf
Ungeachtet der Turbulenzen bringen sich große Adressen in Stellung. Im Mai überschritt Active Ownership die Meldeschwelle von zehn Prozent. Im Juni baute auch Goldman Sachs seinen Stimmrechtsanteil weiter aus.
An der Börse spiegelt sich dies nur bedingt wider. Die Aktie ging am Freitag bei 25,14 Euro aus dem Handel. Auf Jahressicht verzeichnet das Papier einen massiven Verlust von gut 47 Prozent.
Technisch ringt der Kurs aktuell mit einer wichtigen Marke. Der Wert notiert knapp zwei Prozent unter der 200-Tage-Linie von 25,64 Euro. Die Volatilität bleibt mit gut 44 Prozent extrem hoch. Solange der testierte Jahresabschluss fehlt, dürfte diese hohe Schwankungsbreite den Handel weiterhin dominieren.
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