Gerresheimer Aktie: BaFin prüft 676 und 196 Millionen
Die Finanzaufsicht untersucht nun auch Leasingbilanzen und Wertminderungen bei Gerresheimer. Ein Verkauf der US-Tochter soll die Bilanz entlasten.

Kurz zusammengefasst
- BaFin durchleuchtet Leasing und Wertminderungen
- DSW bereitet Klagen gegen Ex-Vorstände vor
- Verkauf von Centor soll Bilanz stützen
- Aktie fällt auf 25,54 Euro zurück
Eigentlich wollte Gerresheimer im Juni den testierten Jahresabschluss für 2025 vorlegen. Stattdessen herrscht Funkstille. Die Finanzaufsicht BaFin weitet ihre Untersuchung nun massiv aus. Das setzt das Unternehmen weiter unter Druck.
Millionenwerte im Visier der Prüfer
Ursprünglich ging es bei der Kontrolle nur um zu früh verbuchte Umsätze. Inzwischen durchleuchtet die BaFin auch fehlerhafte Leasingbilanzen und unterlassene Wertminderungen. Im Zentrum stehen Geschäftswerte von rund 676 Millionen Euro. Hinzu kommen Technologiewerte der Sparte Advanced Technologies in Höhe von 196 Millionen Euro.
Die Prüfgesellschaft Grant Thornton kontrolliert die Bücher der vergangenen zwei Jahre. Parallel bereitet der Aktionärsschutzverband DSW rechtliche Schritte vor. Im Fokus stehen Ex-CEO Dietmar Siemssen und Ex-CFO Bernd Metzner. Laut DSW-Chef Marc Tüngler könnte bald ein Prozessfinanzierer einsteigen.
Auch KPMG gerät in die Kritik. Die Abschlussprüferaufsichtsstelle APAS ermittelt gegen die Gesellschaft. KPMG hatte den Gerresheimer-Abschluss für 2024 zuvor ohne Einschränkungen testiert.
Notverkauf stützt die Bilanz
Um die angespannte Bilanz zu entlasten, trennt sich der Konzern von seiner US-Tochter Centor. Die Investmentbank Morgan Stanley sucht bereits nach Käufern. Eine zweistellige Zahl an Interessenten prüft aktuell die Daten. Das Management rechnet noch in diesem Jahr mit einem Abschluss. Ende 2024 war Centor mit 292 Millionen Euro bewertet.
Die Krux: Centor liefert überdurchschnittliche Margen. Ein Verkauf belastet die ohnehin gesunkene Profitabilität weiter.
Auf der Finanzierungsseite hat sich das Unternehmen vorerst etwas Luft verschafft. Gläubiger von Schuldscheinen über 870 Millionen Euro verlängerten die Frist. Die neue Deadline fällt auf den 30. September 2026. Fehlt bis dahin das Testat, droht ein akuter Engpass.
SDAX-Abstieg und Kursverluste
Da das Testat fehlt, meiden viele institutionelle Investoren das Papier. Im April fiel die Aktie bereits aus dem SDAX. Aktuell notiert der Titel bei 25,54 Euro und verbucht einen Tagesverlust von 1,69 Prozent. Damit handelt die Aktie fast die Hälfte unter ihrem 52-Wochen-Hoch.
Für das laufende Geschäft peilt der Vorstand einen Umsatz von bis zu 2,4 Milliarden Euro an. Die operative Marge soll bei rund 18 Prozent liegen. Diese Ziele stehen strikt unter dem Vorbehalt der BaFin-Ergebnisse. Solange die Aufsichtsbehörde und die Wirtschaftsprüfer keine Klarheit schaffen, bleibt die Finanzierungsstruktur ab Herbst 2026 hochgradig gefährdet.
Gerresheimer-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Gerresheimer-Analyse vom 19. Juni liefert die Antwort:
Die neusten Gerresheimer-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Gerresheimer-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 19. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Gerresheimer: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...