Gerresheimer Aktie: Deutsche Bank geht nur auf 28 Euro
Deutsche Bank Research würdigt operative Fortschritte, sieht aber weiter Zweifel an Gerresheimers langfristiger Wettbewerbsfähigkeit.

Kurz zusammengefasst
- Kursziel steigt von 26 auf 28 Euro
- Deutsche Bank hält an Hold fest
- Quartalsumsatz wächst um acht Prozent
- Verkauf des Verpackungsgeschäfts für 2027 erwartet
Deutsche Bank Research hat gestern das Kursziel für Gerresheimer von 26 auf 28 Euro angehoben. Die Einstufung bleibt jedoch bei „Hold“. Analyst Falko Friedrichs erkennt operative Verbesserungen an, stellt aber die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Spezialverpackungsherstellers infrage. Die höhere Zielmarke ist damit keine grundsätzliche Neubewertung der Aktie.
Friedrichs verweist auf Fortschritte gegenüber dem vorangegangenen Quartal. Seine Zurückhaltung zeigt zugleich: Eine kurzfristige Verbesserung reicht aus seiner Sicht noch nicht aus, um die längerfristigen Zweifel auszuräumen.
Mit einem gestrigen Schlusskurs von 31,90 € liegt die Aktie weiterhin über dem angehobenen Kursziel. Die Bewertung der Deutschen Bank signalisiert damit trotz der günstigeren operativen Einschätzung kein Kurspotenzial gegenüber diesem Schlussstand.
Umsatz und Ergebnis entwickeln sich unterschiedlich
Die vorläufigen Geschäftszahlen erklären das Spannungsfeld zwischen Fortschritten und Vorsicht. Im dritten Quartal 2026 erzielte Gerresheimer einen Umsatz von 605 Millionen Euro und ein bereinigtes EBITDA von 103 Millionen Euro.
Das Umsatzwachstum übersetzt sich bislang nicht in einen entsprechenden Ergebnisanstieg. Damit bleibt für Anleger entscheidend, ob Gerresheimer die bessere Geschäftsentwicklung auch in höhere Erträge überführen kann.
Der Quartalsumsatz stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 8 Prozent. Das bereinigte EBITDA hatte damals allerdings noch 106 Millionen Euro betragen. Die Verbesserung gegenüber dem direkten Vorquartal steht somit neben einer weiterhin schwächeren Ergebnisentwicklung im Jahresvergleich.
Dieses Nebeneinander begrenzt die Aussagekraft der jüngsten Fortschritte. Eine operative Erholung gegenüber dem Vorquartal bedeutet noch keine Rückkehr zur früheren Ertragskraft.
In den ersten neun Monaten 2026 erreichte das bereinigte EBITDA 272 Millionen Euro nach 331 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.
Die Belastung ist folglich nicht auf das jüngste Quartal beschränkt. Für eine nachhaltigere Neubewertung kommt es darauf an, ob sich die Ergebnisentwicklung stabilisiert.
Verkaufspläne und Refinanzierung bleiben wichtig
Neben dem operativen Geschäft stehen Veränderungen im Unternehmensportfolio an. Der Verkauf des Kunststoff-Primärverpackungsgeschäfts wird für das erste Quartal 2027 erwartet. Außerdem steht eine Refinanzierung an. Beide Themen ergänzen die Ergebnisentwicklung um wichtige finanzielle Weichenstellungen.
Für Anleger sind damit nicht allein steigende Erlöse maßgeblich. Auch die Umsetzung der Verkaufspläne und die Finanzierung gehören zu den Punkten, an denen sich die weitere Entwicklung messen lassen muss.
Die endgültigen Zahlen zum dritten Quartal 2026 werden voraussichtlich im Dezember 2026 veröffentlicht. Sie bilden den nächsten angekündigten Prüfpunkt für die operative Entwicklung. Bis dahin bleibt die Einschätzung der Deutschen Bank klar abgestuft: Fortschritte rechtfertigen ein höheres Kursziel, die Zweifel an der langfristigen Wettbewerbsfähigkeit bestehen aber fort.
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